Sonntag, 13. Januar 2013

"Hannibal ante portas"

Auch dieser Schreckensruf aus den Zeiten der Römischen Republik ist noch bestens aus den einst mit nicht besonders grosser Begeisterung genossenen Lateinstunden in Erinnerung.

Die Person des bekannten karthagischen Feldherrn und überhaupt die Zeit der Punischen Kriege fand ich dagegen durchaus spannend und interessant.

Ein Dr. K[arl] Oppel hat sich um 1900 in einer 'Romantische[n] Erzählung für die reifere Jugend' mit dieser Thematik belletristisch beschäftigt.


OPPEL K. (Karl) Dr.
HANNIBALS SCHWERT 
Schicksale und Thaten des grössten Kriegshelden, der je gelebt. 
Romantische Erzählung für die reifere Jugendl. 
Mit 5 prachtvollen Farbendruckbildern [inkl. Deckelillustration] nach Aquarellen von Eduard KÄMPFFER

[= Illustrierte Deutsche Jugendbibliothek. I. Serie (für reifere Knaben), Band 2]
Süddeutsches Verlags-Institut | Stuttgart [s.a. (um 1900)]
Roter Orig.-Ln. Einband mit farbiger (montierter) Deckelillustration -- ca. 15x21 cm -- 192 S.


INHALT: 1. Kapitel: Der Schwur. 2. Lehrjahre. 3. Vor Sagunt. 4. In den Alpen. 5. Prankenschläge des Löwen. 6. Gefahren und Not. 7. Cannä und Capua. 8. Hannibal der Meister. 9. Letztes Ringen. 10. Nach Zama. 11. Der Löwe stirbt. 12. Der Vorhang fällt




Verlagswerbung (1)

Verlagswerbung (2)

Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlagen!

Schwedisches aus deutscher Sicht

Wilhelm JENSEN lebte von 1837 bis 1911 und trat vorwiegend mit historischen Romanen Novellen sowie als Lyriker ans Licht der Öffentlichkeit.


KARIN VON SCHWEDEN erschien erstmals 1872 als erster Band der dreibändigen Sammlung NORDLICHT. Laut der wikipedia handelt es sich um ein höchst erfolgreiches Werk, welches eine Auflage von mehr als 260000 Exemplaren erreichte.
Wilhelm JENSEN
Karin von Schweden
v. Hase & Koehler Verlag | Leipzig 180. -209. Tsd. 1941
Halbleinen -- ca 13 x 19 cm -- 222 S.
(farbig illustrierter Schutzumschlag von Oswald Weise, Leipzig)
Verlagswerbung
Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlagen!


Sport in populärer Unterhaltungsliteratur

Vor mir liegt ein Buch von Fred Petermann , welches im Untertitel als "Sportroman" bezeichnet wird, das sagt mir zunächst wenig, der Einbandzeichnung ist zu entnehmen, dass es sich mit dem Pferdesport beschäftigen dürfte. - Beim Nachdenken fällt mir ein, dass ich auch einen in den 1920er Jahren veröffentlichten Sportroman von Otfrid von Hanstein mit dem Titel DER ROTE RENNER kenne.


Fred PETERMANN
Der Derbyfavorit
Sportroman
Verlag: Georg Koenig | Berlin NO 43 -- [s.a. - 1930]
farbig geprägtes Leinen -- ca. 13 x 18,5 cm -- 268 S.
[aussen: Derbyfavorit]

Im gleichen Verlag erschien [1930] ein weiterer Sportroman aus der Feder Petermanns DER PS-NARR und zuvor war schon 1923 als DER MANN AUS DEM WESTEN ein "Wassersportroman" von ihm veröffentlicht worden. - Sport als Handlungsfeld belletristischer Werke findet man u.a. auch im Bereich der Kriminalromane. Spontan fallen mir hier Bücher von Frank GRUBER oder Dick FRANCIS sowie einige US-Pulp Magazines ein.

Kai Marcel SICKS hat sich in einer wissenschaftlichen Arbeit der Thematik der "Stadionromanzen" angenommen:

Kai Marcel SICKS, Stadionromanzen. Der Sportroman der Weimarer RepublikKönigshausen & Neumann | Würzburg 2008
brosch. -- 24 cm -- 259 S. -- ISBN: 978-3-8260-3745-0

"In der Weimarer Republik ist der Sportroman ein populäres literarisches Genre: Unter Titeln wie Tim der Torwart oder Ball im Netz erzählt er von den Anstrengungen junger Männer bei der Erklimmung des sportlichen Olymps, dem sozialen Aufstieg der Sportler in eine Welt des Luxus und ihren libidinösen Verwicklungen. Nur scheinbar sind die literarischen Sporterzählungen aber banal: Zwischen den Zeilen der Romane lassen sich vielmehr wissenschaftliche und publizistische Diskussionsthemen und Streitpunkte erkennen, die unterhaltungsliterarisch narrativiert und popularisiert werden. Der vorliegende Band zeigt, wie die Sportromane physiologisch-psychologische Konzepte der Willensstärke und Ermüdung, Debatten über das Verhältnis der Geschlechter und lebensreformerische wie protofaschistische Körperideale zusammenführen, und macht damit die sozialen Energien (Greenblatt) sichtbar, mit denen die Romane zwischen 1918 und 1933 aufgeladen sind." (Werbetext)

Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlagen von Petermanns Buch!

Deutsche Ansichten über Amerika, Neger und Juden

Helmut STIER
Schnappschüsse aus USA
Erlebnisse auf einer Fahrt deutscher Jungen und Mädel nach den Vereinigten Staaten von Amerika
[s.n.] | [s.l.] um 1935
Engl. brosch. -- ca 19 x 13 cm -- 178 S., mit sw-Ill. des Verfassers
 Amerikabilder der Deutschen aufgrund von literarischen Äusserungen sind ein inziwschen häufig auch von wissenschaftlicher Seite behandeltes Thema - Dies ist verständlich, sind die Deutschen doch seit langem von Amerika gleichermassen begeistert, abgestossen, fasziniert oder enttäuscht ...


Gemeinsan ist den Publikationen, dass sie ihre Vorstellungen der USA transportieren aber auch dass sie zeittypische Vorurteile oder Ressentiments wiederspiegeln. STIERS Buch ist hier keine Ausnahme, die durchaus dekorativen Illustrationen (nach Zeichnungen des Verfassers) zeigen zumeist Städte und städtisches Leben), der Text - Erscheinungsjahr um 1935 - behandelt zumeist ähnliche Themen.

NEGER - (der Begriff ist heutzutage politisch albernweise ja nicht mehr korrekt) lt. STIER:
"Im Bus fahren wir durch Harlem, dem Lebensgebiet von dreihundertfünfzigtausend Negern. Dreck, Schmutz, Staub und zum Teil widerlicher Gestank in den Strassen [...] Auch die Amerikaner wissen, daß sie an der Frage der schwarzen Rasse nicht mehr gelangweilt oder uninteressiert vorübergehen können. Denn heute ist es nicht mehr so leicht, den Neger entweder durch Ablehnung oder Gewaltmaßnahmen unter der Fuchtel zu halten." (S. 26 f.)
JUDEN [GHETTO] - lt. STIER:
"Es ist das Gebiet des kleinen jüdischen Geschäftsmannes und Händlers, das wir erleben. Unsere Kameras verschwinden. Es gilt vorsichtig zu sein. [...] Auf offner Straße geht der Handel vor sich, genau so wie in den kleinen dreckigen Läden zu beiden Seiten. [...] Einigen sind wir aber scheinbar aufgefallen. Man weiß, daß wir Deutsche sind. Man reißt Witze. Auch Schimpfworte fallen.
Allein der kleine Händler hier ist weniger gefährlich. Der andere Jude, drüben in den Büros der Zeitungen und Banken, in den Direktionsgebäuden der großen Firmen - das ist der Feind! ...
Daß diese Rotte Korah von hier aus in  jeder möglichen Form gegen das neue Deutschland kämpft, ist selbstverständlich." (S. 28 ff.)
Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlage.


Georg Schweinfurth in Afrika - und auf den Bücherregalen deutscher Jugendlicher

Georg Schweinfurth gehörte zu den bekannteren Afrikaforschern deutscher Provenienz. Während etlicher Reisen erforschte er Gebiete im Sudan, am Roten Meer und in Äquatorialafrika.

Wie allgemein üblich veröffentlichte er Aufsätze und Bücher, in denen er durchaus sehr anschaulich von den Erlebnissen und Begegnungen während dieser Expeditionen berichtete. Schon die Titel der Reiseberichte wie IM HERZEN VON AFRIKA versprechen zahlreiche Abenteuerschilderungen. Das Interesse an exotischer Ferne bedienten neben den eher offiziösen Reisewerken vor allem auch Auswahlausgaben wie das hier vorliegenden Pappbändchen aus dem Jahr 1920. Die vom eigentlichen Verfasser autorisierte Ausgabe erschien nach dem Verlust der deutschen Kolonien bei F. A. Brockhaus in Leizipg und ist mit zahlreichen aus dem Hauptwerk entlehnten schwarz-weiss Zeichnungen ansprechend illustriert. - Das Buch erhielt ein 'Hans ..." von seinen Eltern zum 14. Geburtstag.


Georg SCHWEINFURTH
Im Herzen von Afrika
F.A. Brockhaus | Leipzig 1920
Pappe -- ca. 13 x 19,3 cm -- 192 S.
[= Reisen und Abenteuer ..., Band 4]


Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlagen!

Heldentod in Südafrika

Dulce et decorum est pro patria mori (Horaz) 

An diese aus Tagen längst vergangenen Lateinunterrichts herüberklingenden Worte fühlte ich mich erinnert, als ich den Einband und die Titelseite des Buches DER BOERENKRIEG sah.


Dieser Konflikt zwischen der englischen Kolonialmacht und den burischen Siedlern in Südafrika ist heutzutage hierzulande so vergessen wie die Worte von Horaz. Damals war das anders. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. hatte mit seiner Unterstützung - vor allem in Form markiger Sprüche - für die Buren, die Engländer verärgert und in Deutschland zumindest Aufmerksamkeit erregt. Publizistisch wurde dies natürlich ausgeschlachtet. Neben mehr oder weniger wissenschaftlichen Studien zum Krieg erschienen auch etliche populäre Darstellungen, oftmals für ein jugendliches Publikum (oder für das Volk) gedacht.

Zu ihnen gehörte Schorlemers DER BOERENKRIEG.


Das Buch ist mit 6 naiven Farbtafeln zumeist martialischer Kampfdarstellungen illustriert. Es erschien ohne Jahresangabe in einem eher für preiswerte Bücher bekannten Verlag.

"Es dürfte wohl kaum einen deutschen Knaben geben, der nicht mit warmer Sympathie die Bestrebungen der Boeren begleitete, der nich hochklopfenden Herzens das Ringen dieses freiheitsliebenden Volkes gegen die Uebermacht eines eroberungslüsternen Nachbarn verfolgte. Und wo immer auf Plätzen und Straßen, in Wald und Feld draußen frische deutsche Jungen in fröhlichem Spiele sich tummeln, da wird gewiß gar bald eine Schlacht zwischen Boeren und Engländer im Gange sein, vorausgesetzt, daß es gelingt, das nötige Kontingent für Alt-England zusammenzubringen." (Aus dem Vorwort)
Farbtafel, nach S. 32

Farbtafel, nach S. 64

Farbtafel, nach S.96
Farbtafel, nach S. 128

Farbtafel, nach S. 160

Hubert Freihert von SCHORLEMER (Bearbeiter)
Der Boerenkrieg
Geschichte des Feldzuges der Transvaal und Orange-Freistaat-Boeren mit England im Jahre 1899/1900

Verlag von Max Fischer | Dresden [s.a. - um 1900]
Leinen mit montiertem Deckelbild -- ca. 15,5 x 21,5 cm -- 192 S., farb. ill.

Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlagen!

Eine LOST RACE-Geschichte aus dem australischen OUTBACK

Der Zweite Weltkrieg war glücklicherweise beendet, und 1947 konnten sich die Autoren abenteuerlicher Bücher durchaus auch wieder anderen Themen widmen.
Die LOST RACE-Geschichten, also Abenteuer-Phantasien, die zumeist von einer alten verschollenen Hochkultur irgendwo in einer entlegenen Ecke der Welt erzählen, waren ein Thema, welches spätestens seit Romanen wie SHE oder KING SOLOMONS TREASURES von Sir Henry Rider Haggard, seit dem au8sgehenden 19. Jahrhundert zahlreiche Freunde gefunden hatte.
David GAMMON - über den ich nichts gefunden habe - verlegte seine Geschichte GEGEN DIE GOLDEN GÖTTER in unwirtliche Regionen Australien.

Auf dem Titelbild der einzigen deutschen Ausgabe des Buches (1949 erschienen) sieht man ein Boot,welches langsam einen Fluss heraufzieht, am Ufer lauern drei nicht unbedingt Vertrauen erweckende Eingeborene (Zeichner: Rudolf L. Klein (?)). Der Schutzumschlag des 1947 veröffentlichten Originals AGAINST THE GOLDEN GODS ist deutlich dramatischer gestaltet. Ein junger, weisser AbenteuRer hangelt sich an einer gerade einstürzenden Hängebrücke nach oben - Hängebrücken stürzen übrigens immer dann ein oder werden von irgendwelchen üblen Subjekten abgeschnitten, wenn sich gerade die Protagonisten der Abenteuergeschichten auf ihnen befinden. - Oben stehen seine Gefährten und (Hinweis auf Exotik) ein Eingeborener ...
Beide Einbandzeichnungen versprechen ABENTEUER.


(deutsche Ausgabe, 1949)
(Originalausgabe, 1947)
David GAMMON
Gegen die goldenen Götter
Verlag Matthias I. Wilkens | Rendsburg 1949
dt. v. Dorothea Strauch und Kurt Kuchlenz
Halbleinen -- ca. 14,5 x 21 cm -- 179 S.

Die Originalausgabe AGAINST THE GOLDEN GODS erschien 1947 bei Lutterworth Press | London and Redhill.

Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlage der deutschen Ausgabe!

Sonntag, 16. Dezember 2012

Wenn der Storch ...

... dem Wolf das Fell gerbt ...

kann es sich eigentlich nur um eine Fabel handeln.

Fabeln bieten im Rahmen ihrer kleinen Geschichten vielfach Lehrrreiches für Kinder und auch für Erwachsene. Bekannt sind sie seit antiken Zeiten. Immer wieder umgestaltet und neu erzählt haben sie sich bis in heutige Lesebücher der allgemeinbildenden Schulen gerettet.


DAS FABELBUCH
Eine Auswahl der schönsten Fabeln für die Jugend bearbeitet und mit Berücksichtigung der neuen Rechtschreibung herausgegeben von Karl Becker
Mit sechs schwarze Textbildern von E. Hanetzog, sowie sechs farbigen Bildern von Ernst Zimmer
mit eingebunden: 100 Fabeln für Kinder von Wilhelm Hey. Nebst einem ernsthaften Anhange
Verlag Jugendhort (Walter Bloch Nachf.) | Berlin W. 35 [s.a.]
gebunden -- 128 u. 108 S., ill.
Ach so, der Hinweis "neue Rechtschreibung" bezieht sich natürlich nicht auf die jüngste Verunstaltung der Rechtschreibung sondern auf die Regelungen von 1901. Das Buch dürfte demzufolge vermutlich irgendwann im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts veröffentlicht worden sein.
Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlage!

Auf der Lüneburger Heide ...

... In dem wunderschönen Land 
Ging ich auf und ging ich unter 
Allerlei am Weg ich fand ... 

Hermann Löns (1866-1914) fand in seiner Ideallandschaft nicht nur dieses Lied, dessen erste Strophe ich eben zitierte - er fand dort auch einen "Wehrwolf", der allerdings nichts mit dem 'Haustier' der Horror- und Gruselfans zu tun hat; bei dem Wehrwolf von Löns handelt es sich vielmehr um den Titel eines 1910 veröffentlichten Romans aus der Feder von Hermann Löns, der vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges angesiedelt ist. Das Buch wurde zu einem Bestseller. 
Später instrumentalisierten die Nationalsozialisten den Titel - wehrhaft wie die Bauern der Heide, so wollten sich die Deutschen in der Endphase des Zweiten Weltkrieges in einem neuen Wehrwolf gegen die Feinde von aussen wehren und diese wieder aus Deutschland herauswerfen. - Ergebnis war, dass der Roman von Löns indiziert wurde.

Heutzutage kann man den Roman als historischen Roman vor einem regionalen Hintergrund lesen, wenn man bereit ist, über manches Gefasel hinwegzusehen. Sätze wie
"Im Anfange war es wüst und leer in der Haide. [...] Da kamen eines Abends andere Menschen zugereist, die blanke Gesichter und gelbes Haar hatten; mit Pferd und Wagen, Kind und Kegel kamen sie an, und mit Hunden und Federvieh.
Es gefiel ihnen gut in der Haide, denn sie kamen daher, wo das Eis noch bis in den Mai auf den Pümpen stand und im Oktober schon wieder Schnee fiel.
Ein jeder suchte sich seinen Platz und baute sich darauf ein breites Haus mit spitzem Dach, das mit Reet und Plaggen hedeckt war und am Giebel ein paar bunte Pferdeköpfe aus Holz aufwies." (S. 1)
erinnern (wohl bewusst) an die biblische Schöpfungsgeschichte, sind aber zumindest für mich nur schwer erträglich.

Hermann LÖNS
Der Wehrwolf
Eine Bauernchronik
Eugen Diederichs | Jena 352. bis 361. Tausend 1930
Leinen mit geprägtem Deckelbild [von F.H. Ernst Schneidler] -- 242 S.
 Ich danke Herbert Kalbitz für die Scanvorlage!

Wer ruhig im Sessel reisen will, ...

... der nimmt ein Reisebuch zur Hand. So könnte man dieses Posting überschreiben.

Reiseliteratur ist ein altes Genres. Wir müssen nicht bis zu Odysseus oder Herodot zurückgehen, um dies zu belegen. Als die weissen Flecken auf den Landkarten Ende des 19. Jahrhunderts so langsam verschwanden, schwand auch die Möglichkeit über bislang völlig unbekannte Gegenden zu berichten.

Ferdinand Emmerich (1858-1930) gehörte zu den Autoren, die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts noch über eigene Erlebnisse in fremden exotischen Ländern berichten konnten. Seit den 1880er Jahren hatte er viele entlegene Winkel der Erde durchstreift und schrieb dann später darüber. Die umfangreichste Fassung seiner "Weltreisen und Forscher-Abenteuer" erschien in den 1920er Jahren bei Fr. Seybold's Verlagsbuchhandlung in München und Leipzig in 12 Bänden.

Der hier gezeigte achte Band (die Sternchen am Buchrücken zeigen die Bandnummern) führt nach Südamerika, wo der Ich-Erzähler in zahlreiche Abenteuer verwickelt wird. Inwieweit das alles so authenisch war, wie Emmerich postuliert sei einmal dahingestellt. Seine Darstellungen bleiben allerdings immer spannend und kurzweilig, wenn sie gelegentlich auch den Vorurteilen der Zeit verhaftet sind.

Ferdinand EMMERICH
Durch die Pampas von Argentinien
Fr. Seybold's Verlagsbuchhandlung | München - Leipzig 1923
Leinen -- ca. 19 x 13 cm -- 256 S.
[= Ferdinand Emmerich Weltreisen und Forscher-Abenteuer, Band 8]
vermutlich Ausschnitt aus dem Schutzumschlag, wurde
von einem Vorbesitzer auf dem Schmutztitel eingeklebt.

Südamerika - genauer gesagt die unwirtlichen Gegend um Kap Horn - ist auch Schauplatz der 1946 veröffentlichten Ausgabe von KREUZFAHRTEN DES GRAUENS des Norwegers Erling Tambs (1888-1967).

Tambs wollte ab 1928 zusammen mit seiner Frau Julie um die Welt segeln. Hierüber schrieb er "packende Erlebnisberichte" (wikipedia), die in jerweils mehreren Ausgaben auch in deutscher Spache veröffentlicht wurden. So folgten auf den Titel HOCHZEITSWREISE - ABER WIE! (1934) die KREUZFAHRTEN DES GRAUENS (1939) ... ein Schelm der Übles dabei denkt ...

Erling TAMBS
Kreuzfahrten des Grauens
Mit 38 Abbildungen
Eberhard Brockhaus Verlag | Wiesbaden 1946
Halbleinen -- ca. 19,3 x 13 cm -- 240 S.
Trotz der exotischen Giraffen auf dem Einband hat Albrecht Erich Günthers 'TOTEM. Tier und Mensch im Lebenszusammenhang' NICHTS mit Reiseliteratur zu tun.
Günther lebte von 1893-1942, sein populärwissenschaftliche Sachbuch erschien in den 1920er Jahren ohne genaue Jahresangabe. (Die DNB verzeichnet das 9.-11. Tausend für [1927]). Der Autor setzt sich in den drei Hauptkapitel auseinander mit den Themen:
  • Tier und Mensch im Naturzusammenhang
  • Tier und Mensch im Kulturzusammenhang
  • Tier und Mensch im Rahmen der Zivilisation

Albrecht Erich GÜNTHER
Totem. Tier und Mensch im Lebenszusammenhang
Deutsche Hausbücherei | Hamburg [s.a.]
gebunden -- 294 S., einige Abbildungen auf Tafeln
  Ich danke Herbert Kalbitz für die Scanvorlagen!




Samstag, 8. Dezember 2012

"Fabuliergenie" Dumas

Vor langer, langer Zeit - als in Deutschlands Westen die 'kapitalistische' Bundesrepublik sich scharf von den 'sozialistischen Schwestern und Brüdern' in der DDR abgrenzte, wollte man auch im Osten nicht auf die abenteuerlichen Fantasien des "Fabuliergenies" Alexandre Dumas verzichten - also gab es einige DDR-Ausgaben seiner Abenteuerklassiker, die zumindest vom Einband her durchaus gefallen können. Auch die Textfassungen sind akzeptabel und das Nachwort zu den Musketieren ist informativ -- enttäuschend ist leider das schlechte für den Druck verwandte Papier.

PoMeWe zeigt hier Ausgaben der 1960er Jahre von Rütten & Loening




Alexandre DUMAS
Der Graf von Monte Christo
[Roman in zwei Bänden]

Rütten & Loening | Berlin 4. Auflage 1966
2 Bände Leinen mit SchU -- 462 u. 496 S.
Schutzumschlagentwurf: Gerhard Preuß
[O: LE COMTE DE MONTE-CHRISTO {kein Übersetzer angegeben}]




Alexandre DUMAS
Die drei Musketiere
[Roman. Mit einem Nachwort von Christine Wolter]

Rütten &Loening | Berlin 3. Auflage 1966
Leinen mit SchU -- 660 S.
Schutzumschlagentwurf: Gerhard Preuß
O: LES TROIS MOUSQUETAIRES , dt. v. Herbert Bräuning]



Alexandre DUMAS
Zwanzig Jahre später
[Roman]

Rütten & Loening | Berlin 3. Auflage 1973
Leinen mit SchU -- 644 S.
Schutzumschlagentwurf: Peter Muzeniek/Gerhard Kruschel
O: VINGT ANS APRES, dt. v. Christine Hoeppener]

Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlagen!

Vorzeit tief 'gebräunt'

Eine Werbeanzeige für zwei Jugendbücher der 1930er Jahre, die damals populäre Geschichtsklitterungen in einer jugendgemässen Form präsentierten.

Anzeige aus: MÜLLER-HENNIG, Abenteuer um Saratow (1936)
 

Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlage! 

Von der Wolga

Erika Müller-Hennig
Abenteuer um Saratow
Junge Generation Verlag | Berlin 1936 [16.-22. Tsd.]

Leinen -- 139 S., Einbend u. Ill. von K. J. Blisch-Berlin



Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlage! 

Bilder aus der Heide

Hermann LÖNS
Mein braunes Buch
Heidbilder

Adolf Sponholtz Verlag G.m.b.H. | Hannover  © 1912 [143.-147. Tsd.]
Leinen -- 221 S.



Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlage!

Unterhaltungsroman der 1920er Jahre

Ludwig [Ernst] Wolff (geb. 1876) schrieb in den 1920er Jahren etliche erfolgreiche Unterhaltungsromane und betätigte sich auch als Filmregisseur. Später emigrierte er in die Vereinigten Staaten wo er wohl nach 1958 verstorben ist.

21.-25. Tsd. 1924
Ludwig WOLFF
Garragan

Im Verlag Ullstein | Berlin 1924 [21.-25. Tsd. 1924]
Halbleinen -- 319 S.

Die bislang letzte mir bekannte Ausgabe des Buches wurde 1966 bei Melchert in Hamburg veröffentlicht (D.L.V. Taschenbuch, Band 54)


Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlage!

Ein Novellenzyklus von Gottfried Keller

Geschichten mit Indianern verbindet man geheimhin nicht mit dem Schweizer Schriftsteller Gottfried Keller. In der Novelle DIE BERLOCKEN treten aber die Ureinwohner des amerikanischen Kontinents dennoch auf.
Dies belegt neben dem Text selbst, Rudolf Linauers Illustration zu einer 1936 veröffentlichten Ausgabe des Textes.

Abbildung nach S. 254

Gottfried Keller
Das Sinngedicht
Eine Geschichte. Einmalige Ausgabe

Deutsche Hausbücherei | Hamburg
farbig ill. Pappe -- 289 S., ill. v. Rudolf Linauer -- Einbandentwurf von Bans Bohn
[= Band 4 der 17. Jahresreihe]

Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlagen!

Deutschtümelndes aus der Ostmark

Nachdem die Nationalsozialisten Österreich 1938 als 'Ostmark' "heim ins Reich" geholt hatten, erlebte auch dort Literatur mit nationalistischen Inhalten die wohlwollende Billigung der Regierenden.

So gabs im Deutschen Verlag für Jugend und Volk aus Wien eine 'Junge Ostmarkreihe' von der wir heute den 7. Band präsentieren können. Als Verfasser wird der 1899 geborene Anton Haasbauer genannt, der auch als Beauftragter für die kulturellen Fragen in Österreich tätig war.


Anton HAASBAUER -- Der Ruf der Heimat
Deutscher Verlag für Jugend und Volk Gesellschaft m.b.H. | Wien 1941
Hln. m. SchU. (Hans Hofmann) -- ca. 17,7 x 12,8 cm -- 171 S., ill. v. L. Nicoladoni
[= Die junge Ostmarkreihe, Band 7]
{Es handelt sich um eine Anthologie mit Texten verschiedner Autoren.}


Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlagen!




Altsteinzeitliches

1878 erschien die erste Ausgabe dieses klassischen Jugendromans von David Friedrich Weinland (1829-1915). Der Autor verarbeitete hier damals aktuelle Forschungserkenntnis zum Paläolithikum in einer spannenden abenteuerlichen Geschichte mit 'wissenschaftlichen' Anmerkungen, die zahlreiche Auflagen erlebte.


Dr.  D[avid] F[riedrich] Weinland
Rulaman
Erzählung aus der Zeit des Höhlenmenschen und des Höhlenbären. Der Jugend und ihren Freunden gewidmet
Otto Spamer | Leipzig - Sechste durchgesehene Auflage mit vermehrten Anmerkungen 1906
farbig geprägtes Leinen -- ca. 21,8 x 15 cm --280 S., mit 48 Textabbildungen nach Zeichnungen von H. Leutemann

Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlagen!

Samstag, 24. November 2012

Kolportage aus dem Hause Weichert

Dr. Alberti-Nerk:
Zerosta oder das Geheimniß der Zigeunerin. 
Historisch romantische Vaterlands-Erzählung 
Berlin, A. Weichert o. J. (um 1880). 1296 S. 8°. HLn. d. Zt. [Kosch/Nagl 1479 (hier wohl irrtümlich unter dem Titel Zorosta)]. -
27 (von 28) Lieferungen in einem Band; der Gesamtumfang des Werks betrug 1344 S.
Schmuckloser Halbleinenband der Zeit. Maße: 21 x 13,5 cm.


Der Roman war unter dem Titel Das Geheimniß der Zigeunerin oder Der Geheimschreiber des Burggrafen von Nürnberg anscheinend ungefähr zeitgleich auch in einem anderen (nicht genannten) Verlag erschienen (vgl. Kosch/Nagl 390). Bei Kosch/Nagl ist unter Nr. 1405 außerdem noch ein weiteres Werk von Alberti Nerk, Die Waise von Paris, verzeichnet. (Text zum Internetangebot)

Kolportage aus dem Hause Münchmeyer

Chr. Jansen

Käthchen Schneider die Geliebte des Fabrikanten 
oder Ein echtes Weib aus dem Volke 
Großer Sensationsroman von Chr. Jansen Mit Bilderbeilagen

Erster Band Münchmeyer Verlag 1890
Seite 1-1200
[Kosch Nagel Nr.689]