Dienstag, 4. August 2026

Rezension zu ANDERSWO (2026)

Anderswo
Rezension


au:       
Karla & Jörg Weigand
ti:         Anderswo 

bibdat: Winnert : p.machinery Michael Haitel 2026 (277 S. - 21 cm) [= AndroSF 230]
- ISBN : 978-3-95765-517-2 - 20.90 EUR

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Irgendwie ANDERSWO kommt mir die Titelillustration der neuen Anthologie vor, die Karla und Jörg Weigand vor kurzem bei p.machinery als Band 230 der Reihe AndroSF veröffentlicht haben. 

Das Titelfoto zeigt ein real erscheinendes Foto 'Irgendwo', aber nicht wirklich vertraut, sondern 'Anderswo'.

Die Vorgabe einen Beitrag ANDERSWO  zu schreiben gaben die Herausgeber den Beiträgern ihrer Anthologie mit auf den Weg - mehr nicht. Entstanden sind so mehr als dreißig kürzere neue Stories, in denen bekanntere und unbekanntere Autoren ihre Assoziationen und Ideen zu ANDERSWO artikulieren.

Es gibt zahlreiche, teils lang verstorbene Schriftsteller, die einst ein ANDERSWO in ihren belletristischen Texten schildern. Es findet sich in exotischen Abenteuergeschichten, in Science Fiction und vor allem in der phantastischen Literatur; als frühes Beispiel sei hier an Friedrich Gerstäckers schöne Erzählung Germelshausen erinnert, in der ein junger Mann aus der zeitgenössischen Realität, in ein altertümliches Dorf gerät, welches nur alle hundert Jahre einmal für einen Tag auftaucht. 

Das neue ANDERSWO der Weigands kann direkt neben uns sein, nur wenige Meter entfernt, es kann irgendwo in einer fernen Galaxie liegen, es kann in der Gegenwart sein oder fern in der Zukunft existieren, es ist fast immer ein wenig phantastisch, auch dann, wenn es vordergründig realistisch geschildert wird. ANDERSWO ist teils literarisch anspruchsvoll, häufig unterhaltsam und spannend aber auch anregend, es verführt dazu, die eigenen Gedanken spielen zu lassen, beim Versuch selbst ein ANDERSWO zu erschaffen, wo und wann das auch immer sein mag ... und ANDERSWO ist meiner Meinung zufolge jedem Freund von Anthologien und/oder phantastischer Prosa sehr zu empfehlen.
Karl Jürgen Roth


Im PoMeWe MAGAZIN stellen wir einzelne Medien oder Autoren in Form von bibliografischen Notizen, Miszellen oder kürzeren Essays vor. Gerne sind Gastbeiträge möglich. 🔝

REZENSION: ZILLIG : Gespräche mit Jörg Weigand (Roth)

Jörg Weigand - Leben und Gedanken 
Rezension



au:       
Werner Zillig
ti:         Gespräche mit Jörg Weigand 

bibdat: Bad Krozingen : YUME Verlag 2026 (217 S., ill.. - 21,5 cm) - ISBN : 978-3-911300-18-6, eISBN 978-3-911300-19-3

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Eigentlich muss über Werner Zillig oder über Jörg Weigand nichts gesagt werden. Beide sind in der literarische Szene wohl bekannt und auch gut vernetzt. Aber vielleicht gibt es doch noch vieles zu berichten. Sie kennen sich seit Jahren und so verwundert es nicht, dass uns Werner Zillig den Menschen Jörg Weigand in den hier in Printform wiedergegebenen E-Mail-Gesprächen eingehend porträtiert.

Das Besondere sind die von einem tiefen Verständnis für den Gesprächspartner zeugenden - manchmal intime - Fragen Zilligs, die Jörg Weigand umfangreiche und teils unerwartete Antworten entlocken. Der Leser erfährt so viel über Weigands Leben, seine Kindheit, seine Jugendjahre, das schwierige Verhältnis zum Vater, Persönliches, Weigands journalistische Tätigkeiten fürs ZDF, seine extensive Beschäftigung mit der unterhaltenden Literatur (insbesondere der Science Fiction), seine Interessen im Bereich der Musik oder seine Einstellungen zum Leben. Zu entdecken gibt es Hintergründe zu Weigands fiktionalen Texten im Bereich der phantastischen Literatur und vor allem auch zu seinen grundlegenden Studien in Form der wissenschaftlichen Arbeiten über unterhaltende Literatur (Weigand veröffentlichte u.a. das deutsche Standardwerk über Pseudonyme oder das erste umfangreiche Werk über Leihbücher). - Eine Bibliografie der Veröffentlichungen Weigands und ein durchaus nützliches Register runden das Buch ab.

Alles ist durchaus spannend und zugleich sehr unterhaltsam. Die gewählte Form des Frage-Antwort-Spiels (wobei einzelne Fragen und deren Antworten sich teils über mehrere Druckseiten erstrecken können) macht Zilligs Buch zu einem Lesevergnügen. Ich habe so manches über Jörg Weigand erfahren, was mir bislang nicht bekannt war.
Karl Jürgen Roth


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Dienstag, 14. Juli 2026

Barg - Medienanalyse (2026) - Rezension

Rezension 


au:       Werner C. Barg
ti:         Medienanalyse 

bibdat: Baden-Baden : Nomos Verlagsgesellschaft 2026 (309 S., 13 Abb. - 22,5 cm) - ISBN : 978-7560-0185-9 (Print), 978-3-7489-5104-9 (ePDF)
[= Studienkurs Medien & Kommunikation]

Ein Lehrbuch, welches sich der nicht einfachen Aufgabe stellt, MEDIENANALYSE Studierenden und anderen Interessierten näher zu bringen. Der renommierte Medienwissenschaftler Werner C. Barg hat sich in seinem Werk dieser Herausforderung gestellt, und sie - das sei vorweg festgehalten - insgesamt gut gemeistert.

Das Buch beruht auf einer Vorlesungsreihe und universitären Seminaren und ist gegliedert in drei Hauptteile: Grundlagen, Modelle, Parameter audiovisueller Analyse und deren Anwendungen
Die theoretischen Grundlagen widmen sich der Medientheorie, der Mediengeschichte, sowie allgemein der Medienanalyse und liefern den Background für das Folgende. Die anschließend kurz und kompetent skizzierten älteren Modelle verschiedener Theoretiker zur Film- und Hörspielanalyse bieten einen zusammenfassenden Überblick zu verschiedenen Perspektiven der Interpretation.

Im umfangreichsten dritten (Haupt-)Teil entwickelt Barg dann eigene Modelle insbesondere zur Analyse von Spielfilmen. Hier untergliedert er in Handlungsanalyse des Spielfilms, Figurenanalyse, Gestaltungsanalyse sowie genrespezifische Analyse. In kürzeren abschließenden Kapiteln finden sich Informationen und Analysen zum seriellen Erzählen in TV und Stream, Podcasts, Dokumentarfilmen sowie zu KI-generierten Inhalten. Ich vermisse allerdings einen Abschnitt mit Analysemodellen, die sich mit den in populären Medien weit verbreiteten Websites beschäftigen.

Während die ersten beiden Teile stark theorielastig bleiben, gelingt Barg im Hauptteil eine weitaus anschaulichere, durch zahlreiche Beispiele angereicherte Darstellung. So können über QR-Codes Filmsequenzen aufgerufen werden, die gerade analysiert werden, es gibt Diskussionsfragen und konkrete Übungsvorschläge. Abgerundet wird Bargs MEDIENANALYSE durch ein ausführliches Literaturverzeichnis sowie umfangreiche Personen- und Medienregister. 

Gerade in den Kapiteln zum Spielfilm liegt der Wert des Lehrbuchs, welches ich gerne weiterempfehle. Das Motto der Reihe "wissenschaftlich fundiert und in verständlicher Sprache", wird allerdings, was die verständliche Sprache anbetrifft, nicht immer eingehalten.
Karl Jürgen Roth


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