Samstag, 8. Mai 2021

8. Mai - Lex Barker

GEDENKTAGE - 8. Mai

Lex Barker
(* 8. Mai 1919 in Rye, New York als Alexander Crichlow Barker Jr.; † 11. Mai 1973 in New York City) war ein US-amerikanischer Schauspieler.
Barker trat zunächst nur in Nebenrollen in Erscheinung. So spielte er in den zwar erfolgreichen Filmen wie 'Die Farmerstochter' und 'Im Kreuzfeuer' 1947 aber eben nur kleine Nebenrollen. Sein athletischer Körperbau und sein gutes Aussehen brachten dem blonden, 1,93 Meter großen Schauspieler 1949 seine erste große Hauptrolle als Tarzan ein. Damit wurde er zum Nachfolger des legendären Johnny Weissmueller, den die Produzenten aus Altersgründen nicht mehr als Dschungelhelden besetzen wollten. Zwischen 1949 und 1953 drehte Barker die fünf Tarzan-Filme 'Tarzan und das blaue Tal', 'Tarzan und das Sklavenmädchen', 'Tarzan und die Dschungelgöttin', 'Tarzan, der Verteidiger des Dschungels' und 'Tarzan bricht die Ketten', die ihn weltweit bekannt machten. Zahlreiche Rollen in Western und Abenteuerfilmen der B-Kategorie folgten. Barker spielte unter anderem einen Apachenhäuptling im Film 'Rebell der roten Berge' (1957), im Film 'Die Hölle des Dschungels' 1957 oder die Titelrolle in Lederstrumpf: 'Der Wildtöter' (1957) nach dem Roman von James Fenimore Cooper. Zwar war er weiterhin auf der Suche nach anspruchsvolleren Rollen, aber sein Image als Tarzan schwang bei Neubewerbungen immer noch mit.
Da Barker mit den Rollen, die ihm in Hollywood angeboten wurden, zunehmend unzufrieden war, zog er 1957 nach Europa. In Italien, beispielsweise in der aufblühenden Filmstadt Cinecitta, wo zu dieser Zeit zahlreiche niederbudgetierte Abenteuerfilme produziert wurden, konnte er sich schnell als Star profilieren. Barker trat in zeittypischen Genrefilmen wie 'Die Vergeltung des roten Korsaren' (1958), 'Rebell ohne Gnade' (1958), 'Robin Hood und die Piraten' (1960) oder 'Küste der Piraten' (1960) in Erscheinung. In Federico Fellinis Filmklassiker 'La Dolce Vita' (1960) war Barker in einer Nebenrolle zu sehen. Später bemühte er sich weiter vergeblich darum, in künstlerisch hochklassigen Filmen Rollen zu erhalten. Insgesamt zählte Barker mit zu den ersten US-Schauspielern, die im italienischen Film Karriere machten. 
Auf einer Party lernte er 1960 den deutschen Filmproduzenten Artur Brauner kennen. Von diesem wurde er für die Rolle des Joe Como in zwei Doktor-Mabuse-Filmen engagiert. Es folgte der Film 'Frauenarzt Dr. Sibelius'. Als Anfang der 1960er-Jahre die Verfilmung von Romanen des deutschen Autors Karl May anstanden, erinnerte sich der Produzent Horst Wendlandt sofort an den „deutscher als alle Deutschen“ aussehenden Amerikaner, den er zuvor als Wildtöter in der Lederstrumpf-Verfilmung wahrgenommen hatte. Er versuchte, Lex Barker als Old Shatterhand in der ersten Verfilmung des Western-Romans von Karl May 'Der Schatz im Silbersee' (1962) zu besetzen.
Barker war zuerst wenig begeistert davon, in deutschen Filmen mitzuspielen, da sie damals international kaum Bedeutung hatten. Auch das verhältnismäßig geringe Budget der Karl-May-Filme hielt er für wenig professionell. Erst durch das Zureden seiner damaligen Frau, der Schweizerin Irene Labhardt, der die Bedeutung der Figur bekannt war, unterschrieb Barker den Vertrag. 'Der Schatz im Silbersee' wurde zu einem riesigen Erfolg und zog die Karl-May-Filmwelle der 1960er nach sich. Barker verkörperte insgesamt sieben Mal die Figur des Old Shatterhand und avancierte – zusammen mit seinem französischen Leinwandpartner Pierre Brice, der den Apachenhäuptling Winnetou spielte – im deutschsprachigen Raum zu einem der populärsten Filmschauspieler dieses Genres. Die Karl-May-Filme lösten eine regelrechte Hysterie und einen Kult um die beiden Darsteller aus. Die Popularität von Barker und Brice zeigte sich beispielsweise in den Tumulten, die aufbrandeten, wenn sie Filmpremieren besuchten. Barker erhielt einen Bravo-Starschnitt und wurde wegen seines noch immer blendenden Aussehens in der Presse als „sexy Lexy“ bezeichnet. Er galt als perfekter Hauptdarsteller in Western, Krimis und Abenteuerfilmen und personifizierte das Idealbild des moralisch integren Helden, der sich durch Intelligenz, Geschicklichkeit und eine fast übermenschliche Körperkraft auszeichnete. Am 21. Januar 1967 erhielt Lex Barker den Bambi als bester ausländischer Schauspieler für das Jahr 1966.
Das Leder-Kostüm, das Lex Barker als Old Shatterhand trug, war in Anlehnung an seine Rolle als Wildtöter in der Verfilmung Der Wildtöter (in den 1950er-Jahren) ausgewählt worden. Der Gürtel, eine Navajo-Silberarbeit, war ein Geschenk eines Sioux-Indianers an Barkers Urgroßvater gewesen, den Barker aus seinem Privatbesitz beisteuerte. Nur der Hut, der immer an der Sattelseite hing, wurde von ihm bei den Dreharbeiten nie auf dem Kopf getragen. Denn Lex Barker sollte ja das Idol eines jugendlichen Helden verkörpern. Neben den Western drehte Lex Barker auch mehrere Abenteuerfilme nach Karl-May-Romanen, in denen er als Kara Ben Nemsi bzw. Dr. Karl Sternau in Erscheinung trat. Produziert wurden diese Filme von Horst Wendlandts Konkurrent Artur Brauner.
In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre zeichnete sich ab, dass sich die Rezepte der Karl-May-Western zu verbrauchen begannen und die zunehmend schablonenhaften Filme kein großes Publikum mehr anziehen konnten. Mit 'Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten' produzierte Artur Brauner 1968 einen letzten Winnetou-Film, der sich konzeptionell stark an den Erfolgsfilm Der Schatz im Silbersee anlehnte. Pläne für weitere Karl-May-Filme wurden danach fallengelassen.
Gegen Ende der Karl-May-Ära war eine neue Kinoserie mit Lex Barker geplant, die auf den erfolgreichen Mister-Dynamit-Kriminalromanen des Autors Karl-Heinz Günther (C. H. Guenter) basieren sollte. Doch schon bei den Dreharbeiten zum ersten Film 'Mister Dynamit – Morgen küßt Euch der Tod' von 1967 kam es zu Unstimmigkeiten, als Barker seine Gage erst einklagen musste. {wikipedia, modifiziert}