Samstag, 8. August 2026

Bergsteigen - Alpinismus

Kurt B. Richter  . 
Bergsteigen - Alpinismus


Über Kurt B[runo] Richter kann ich kaum etwas Biographisches sagen. Geboren wurde er 1924 in Bad Schandau in der sächsischen Schweiz. Zwischen 1959 und 1962 erschienen drei Bücher von ihm im Sportverlag in Berlin. Zunächst einmal Wo die hohen Gipfel ragen (1959) - so könnte auch ein (westdeutscher) Bergroman betitelt sein, aber es handelt sich um einen illustrierten Bericht über eine Bergfahrt in den Kaukasus mit alpinistischen Exkursionen. Ein Jahr später folgte mit Biwakfeuer sein wohl erfolgreichstes Buch, welches zwei Nachauflagen sowie 1963 auch eine Übersetzung ins Slowakische erlebte. Die in der damaligen DDR lebenden Freunde des Bergsteigens konnten sich 1962 noch über den Band Der Sächsische Bergsteiger freuen, in dem Richter neben einem Überblick die Sächsische Schweiz vor allem zahlreiche praktische Hinweise gab.

Wo die hohen Gipfel ragen
Berlin : Sportverlag 1.-10. Tsd.
1959 (159 pp., ill.)
Biwakfeuer
Berlin : Sportverlag 1960 (309 pp ill.)
Ill. Christian Hasse
2. Aufl. ebd. 1962 (327 pp ill.)
3. Aufl. ebd. 1963 (327 pp ill.)
Der Sächsische Bergsteiger
Berlin : Sportverlag 1962 (288 pp. 8 Bl. Abb.) Zeichn. Christian Hasse, Fotos W. Berndt u.a.

Im PoMeWe MAGAZIN stellen wir einzelne Medien oder Autoren in Form von bibliografischen Notizen, Miszellen oder kürzeren Essays vor. Gerne sind Gastbeiträge möglich. 🔝

Dienstag, 4. August 2026

Rezension zu ANDERSWO (2026)

Anderswo
Rezension


au:       
Karla & Jörg Weigand
ti:         Anderswo 

bibdat: Winnert : p.machinery Michael Haitel 2026 (277 S. - 21 cm) [= AndroSF 230]
- ISBN : 978-3-95765-517-2 - 20.90 EUR

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Irgendwie ANDERSWO kommt mir die Titelillustration der neuen Anthologie vor, die Karla und Jörg Weigand vor kurzem bei p.machinery als Band 230 der Reihe AndroSF veröffentlicht haben. 

Das Titelfoto zeigt ein real erscheinendes Foto 'Irgendwo', aber nicht wirklich vertraut, sondern 'Anderswo'.

Die Vorgabe einen Beitrag ANDERSWO  zu schreiben gaben die Herausgeber den Beiträgern ihrer Anthologie mit auf den Weg - mehr nicht. Entstanden sind so mehr als dreißig kürzere neue Stories, in denen bekanntere und unbekanntere Autoren ihre Assoziationen und Ideen zu ANDERSWO artikulieren.

Es gibt zahlreiche, teils lang verstorbene Schriftsteller, die einst ein ANDERSWO in ihren belletristischen Texten schildern. Es findet sich in exotischen Abenteuergeschichten, in Science Fiction und vor allem in der phantastischen Literatur; als frühes Beispiel sei hier an Friedrich Gerstäckers schöne Erzählung Germelshausen erinnert, in der ein junger Mann aus der zeitgenössischen Realität, in ein altertümliches Dorf gerät, welches nur alle hundert Jahre einmal für einen Tag auftaucht. 

Das neue ANDERSWO der Weigands kann direkt neben uns sein, nur wenige Meter entfernt, es kann irgendwo in einer fernen Galaxie liegen, es kann in der Gegenwart sein oder fern in der Zukunft existieren, es ist fast immer ein wenig phantastisch, auch dann, wenn es vordergründig realistisch geschildert wird. ANDERSWO ist teils literarisch anspruchsvoll, häufig unterhaltsam und spannend aber auch anregend, es verführt dazu, die eigenen Gedanken spielen zu lassen, beim Versuch selbst ein ANDERSWO zu erschaffen, wo und wann das auch immer sein mag ... und ANDERSWO ist meiner Meinung zufolge jedem Freund von Anthologien und/oder phantastischer Prosa sehr zu empfehlen.
Karl Jürgen Roth


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REZENSION: ZILLIG : Gespräche mit Jörg Weigand (Roth)

Jörg Weigand - Leben und Gedanken 
Rezension



au:       
Werner Zillig
ti:         Gespräche mit Jörg Weigand 

bibdat: Bad Krozingen : YUME Verlag 2026 (217 S., ill.. - 21,5 cm) - ISBN : 978-3-911300-18-6, eISBN 978-3-911300-19-3

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Eigentlich muss über Werner Zillig oder über Jörg Weigand nichts gesagt werden. Beide sind in der literarische Szene wohl bekannt und auch gut vernetzt. Aber vielleicht gibt es doch noch vieles zu berichten. Sie kennen sich seit Jahren und so verwundert es nicht, dass uns Werner Zillig den Menschen Jörg Weigand in den hier in Printform wiedergegebenen E-Mail-Gesprächen eingehend porträtiert.

Das Besondere sind die von einem tiefen Verständnis für den Gesprächspartner zeugenden - manchmal intime - Fragen Zilligs, die Jörg Weigand umfangreiche und teils unerwartete Antworten entlocken. Der Leser erfährt so viel über Weigands Leben, seine Kindheit, seine Jugendjahre, das schwierige Verhältnis zum Vater, Persönliches, Weigands journalistische Tätigkeiten fürs ZDF, seine extensive Beschäftigung mit der unterhaltenden Literatur (insbesondere der Science Fiction), seine Interessen im Bereich der Musik oder seine Einstellungen zum Leben. Zu entdecken gibt es Hintergründe zu Weigands fiktionalen Texten im Bereich der phantastischen Literatur und vor allem auch zu seinen grundlegenden Studien in Form der wissenschaftlichen Arbeiten über unterhaltende Literatur (Weigand veröffentlichte u.a. das deutsche Standardwerk über Pseudonyme oder das erste umfangreiche Werk über Leihbücher). - Eine Bibliografie der Veröffentlichungen Weigands und ein durchaus nützliches Register runden das Buch ab.

Alles ist durchaus spannend und zugleich sehr unterhaltsam. Die gewählte Form des Frage-Antwort-Spiels (wobei einzelne Fragen und deren Antworten sich teils über mehrere Druckseiten erstrecken können) macht Zilligs Buch zu einem Lesevergnügen. Ich habe so manches über Jörg Weigand erfahren, was mir bislang nicht bekannt war.
Karl Jürgen Roth


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