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Donnerstag, 14. März 2024

AlBu24.074

AlBu24.074 --- Hatte IVANHOE etwas mit ANNE OF GEIERSTEIN?


Wohl kaum! Zeitlich waren sie durch ein paar Jahrhunderte getrennt. und auch die Erscheinungsjahre der beiden Romane von Sir Walter Scott lagen ein paar Jahre auseinander. IVANHOE erschien 1819 (1821 auf deutsch) und ANNE OF GEIERSTEIN 1829 (im gleichen Jahr auch auf deutsch). Ivanhoe schlägt sich mit üblen Normannen herum, verliebt sich in eine schöne Jüdin sinkt dann aber schließlich doch in die Arme der standesgemäßen Lady Rowena. -  ANNE OF GEIERSTEIN kommt dagegen aus der Schweiz und spielt zur Zeit der Auseinandersetzungen zwischen den Schweizern und Karl dem Kühnen von Burgund.

Bei den Bild-Bibliografien - Sir Walter Scott gibt es ein paar neue Einträge, darunter auch die hübsche broschierte 1868 erschienene englischsprachige Ausgabe, die oben gezeigt wird.


Bei AlBu##.### stellen wir einzelne Medien vor. Die Auswahl folgt einem Zufallsprinzip. Gerne sind Gastbeiträge möglich.

Dienstag, 16. August 2022

COSA22.228

COSA22.228 --- Ivanhoe und andere Strichmännchen ... Walter Scott im Comic








Der schottische Autor Sir Walter Scott gehört zu den beliebtesten Autoren nicht nur der englischen Sprache und gilt als eigentlicher Begründer des historischen Romans. Besonders im 19. Jahrhundert war seine Popularität immens, so wurden seine Werke zumeist schon bald nach ihrem Erscheinen in mehreren miteinander konkurrierenden Übersetzungen auch in deutscher Sprache verbreitet. Jugendbearbeitungen ließen nicht lange auf sich warten und sind bis heute auf dem Markt vertreten. Im zwanzigsten Jahrhundert konnten sich Kinobesucher an etlichen Verfilmungen der historischen und oft abenteuerlichen Romane erfreuen, unter denen Hollywoods-IVANHOE-Version mit Robert Taylor, Elisabeth Taylor und Joan Fontaine heraussragt. Fürs TV gabe es eine Serie mit dem jungen Roger Moore als Ivanhoe. Comicmacher griffen die Geschichten auf und erfreuten ihr Publikum in schwarzweiss oder Farbe mit diversen Adaptionen, von denen hier einige gezeigt seien. - Mit Walter Scott and Comics hat sich Christopher Murray 2018 in einem spannenden Artikel beschäftigt. (PDF-Version) 

Bei COSA##.### stellen wir einzelne Medien vor. Die Auswahl folgt einem Zufallsprinzip. Gerne sind Gastbeiträge möglich.

Samstag, 15. August 2020

15. August - Sir Walter Scott

GEDENKTAGE - 15. August

Sir Walter Scott, 1. Baronet FRSE (* 15. August 1771 in Edinburgh; † 21. September 1832 in Abbotsford) war ein schottischer Dichter, Schriftsteller, Verleger und Literaturkritiker. Er war einer der – nicht nur in Europa – meistgelesenen Autoren seiner Zeit und gilt traditionell als Begründer des Geschichtsromans. Viele seiner historischen Romane sind Klassiker geworden und haben als Vorlage für zahlreiche Schauspiele, Opern und Filme gedient.
Waren die Handlungen seiner ersten Romane allesamt im Schottland des 17. oder 18. Jahrhunderts angesiedelt, so weitete Scott beginnend mit Ivanhoe (1820) den Kreis seiner Schauplätze in räumlicher und zeitlicher Hinsicht aus: Ivanhoe spielt im England des 12. Jahrhunderts, Quentin Durward (1823) im Frankreich und Anne of Geierstein (1829) in der Schweiz des 15. Jahrhunderts. Besonders mit diesen Werken erreichte Scott auch das zeitgenössische englische und kontinentaleuropäische Publikum.
Scotts große Leistung lag indes weniger in der Rekonstruktion des historischen Kolorits, sondern vielmehr in der Darstellung von Charakteren im historischen Milieu, mit denen die Leser einen neuen, lebendigen Zugang zur Geschichte erhielten. Vor allem die Figuren aus den unteren Gesellschaftsschichten werden in Scotts Romanen mit einer Menschlichkeit und Lebensunmittelbarkeit gezeichnet wie kaum zuvor in der Literatur. So treten in seinen Romanen zahlreiche für die Erzählung durchaus belangvolle Typencharaktere auf, die aus dem Volk stammen und häufig auch komische Züge zeigen.
Als Erzählperspektive wählt Scott die Darstellung der Geschehnisse aus der Sichtweise eines mittleren Protagonisten im Sinne eines neutralen Helden. Um die Wiedergabe der Vergangenheit gleichermaßen authentisch wie imaginativ eindringlich zu machen, greift Scott vornehmlich auf eine szenische Darstellungsmethode mit einem hohen Anteil an Dialogen zurück, die dazu beitragen, die in den Romanen jeweils thematisierte entwicklungsgeschichtliche Etappe des Landes zu dramatisieren. In dem Zusammenwirken dieser verschiedenen Strukturelemente seiner historischen Romane ist Scotts grundlegende literarische Intention erkennbar, sich die Vergangenheit erinnernd anzueignen, um sie so in das Gegenwartsbewusstsein seiner Leser zu integrieren. {wikipedia, gekürzt)
Zur Popularität Scotts im 20. Jahrhundert haben mit Sicherheit auch die Verfilmungen einiger Romane beigetragen.



Dienstag, 3. Januar 2017

Walter Scott - Anna von Geierstein



Von James Fenimore Cooper und Sir Walter Scott erschienen im 19. und 20. Jahrhundert eine Vielzahl von Übersetzungen. PoMeWe zeigt beispielhaft Scotts ANNA VON GEIERSTEIN ODER DAS NEBELMÄDCHEN - einen unbekannteren Roman -, hier als Band 32 der vielbändigen - optisch attraktiven - Ausgabe des A. Weichert-Verlages (Titelbild: Heinrich Susemihl)

- FBA -

Freitag, 5. März 2010

"Historisch-romantisches Futter" für die Leihbibliotheken um 1800



Unter dem schönen Titel "Almarich Herzog von Siebenbürgen oder der Wald bey Hermannstadt" erschien 1808 in Pest [Budapest] bei K.A. Hartleben "Eine historisch-romantische Geschichte". Das Bändchen (Format 12 x 17 cm) hatte einen Umfang von 142 Seiten und war mit einem ganz netten Titelkupfer von Blaschke versehen.

Ähnlich sahen damals - als Napoleons Herrschaft weite Landstriche Europas kontrollierte - viele Bücher für die beliebten Leihbibliotheken der Zeit aus. 'Historisch-romantische' Geschichten hatten Konjunktur - schon bevor Walter Scott mit seinen umfangreichen Romanen das Genre umkrempelte - und eine Vielzahl von mehr oder weniger bedeutenden Autoren schuf Hunderte solcher Titel. Leihbibliotheken, vor allem grössere Institutionen, waren häufig durchaus respektable Betriebe mit grossem sorgfältig zusammengestelltem Buchbestand und repräsentativen Geschäftsräumen. Daneben gab es allerdings auch  kleinere 'Winkelbibliotheken', wie sie für spätere Jahre z.B. Karl May in seinen Erinnerungen beschreiben. Hier beherrschten sensationell geschriebene Geschichten den Buchbestand, hinzu kamen oftmals weitere, teils schon ziemlich zerfledderte Bände, die von grösseren Bibliotheken ausgesondert worden waren.

Zurück zum oben gezeigten Bändchen: Der Verfasser bleibt ungenannt. Der Verlag von K.A. Hartleben gehört dagegen noch heute - zumindest bei Bibliophilen zu den bekannteren Verlagen der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie, nicht zuletzt durch die in späteren Jahrzehnten veröffentlichten prächtigen Ausgaben von Jules Verne.

In den "Annalen der Literatur und Kunst des In- und Auslandes, Jg. 1810, Band 1" (Wien 1810) hieß es in einer zeitgenössischen Buchbesprechung:

"In Hn Hartlebens Buchhandlung in Pesth erscheinen seit ein paar Jahren häufig deutsche und ungrische Romane. Leider sind sie nur für Leser berechnet, die an einen Romanenschreiber keine hohen Ansprüche zu machen wissen und sich daher mit jedem Roman aus Leihbibliotheken begnügen, wenn er ihnen nur einigermassen in leeren Stunden Unterhaltung gewährt und die Langeweile tödten hilft. Dieß gilt auch von den vorliegenden Romanen. [...] Almarich ist ein Roman von gewöhnlichem Schlage, der sich von Lesern, die Übertreibungen und,Verletzungen der romantischen Wahrscheinlichkeit nicht achten, ziemlich gut lesen läßt. Der Inhalt ist den meisten Lesern der Annalen aus dem Schauspiel der Madame Weissenthurm in Wien: 'der Wald bey Hermannstadt' bekannt. [...]
Uebrigens kann Rec. nicht ins Detail gehen, weil er nicht vergeblich Zeit tödten will und weil er den Raum in den Annalen schonen muß.
Beyde Kupfer von Blaschke sind schön, aber das bey Almarich ist mit mehr Fleiß gearbeitet [...].  Der Verleger dieser Romane hat für guten Druck und überhaupt für ein gefälliges Aeussere gesorgt." (S. 54 f.)