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Mittwoch, 4. November 2020

Der weite Himmel - Deutschsprachige Taschenbücher


Taschenbuch

»Der weite Himmel« 
 Der Wilde Westen im deutschsprachigen Taschenbuch 

 "Medicine Bow bestand aus neunundzwanzig Häusern, einem Kohlenhaufen, einem Wassertank, dem Stationsgebäude, einem Store, zwei Speisehäusern, einem Billardsaal, zwei Werkstätten und einem Mietstall. Manche Häuser hatten eine falsche Fassade, um den Eindruck zu erwecken, sie wären zwei Stockwerke hoch. Da standen sie nun mit ihrer bemitleidenswerten Fassade von einem Saum leerer Konservendosen umgeben, während dicht vor ihren Türen eine Welt von kristallklaren Licht begann, ein Land ohne Ende. In diese grenzenlose Weite hinein lief einsam eine Straße - über einen Hügel und hinab außer Sicht - und in der Ferne erneut einen Hang hinauf und hinunter in ein Tal - immer wieder hinauf und hinab bis in unermeßlichen Fernen."[1] 
 Owen Wister umriß 1902 in seinem berühmten Roman Der Virginier mit diesen Worten den Raum, in dem hinfort die meisten Western spielen sollten. Eine kleine unscheinbare Ansiedlung kontrastiert mit der Weite des Westens, einer Weite, die sich den in Europa vertrauten Dimensionen entzieht. In dieser Weite verstreut liegen die Arbeitsplätze der Cowboys - der Archetypen einer Vielzahl von Western. Die kleine Ansiedlung bildet einen Anlaufpunkt; hier kommen Menschen an, hier treffen sie sich, hier trennen sich ihre Schicksale aber auch wieder. 
Ein Billardsaal dient der Zerstreuung, im Store ist fast alles Lebensnotwendige zu kaufen und die Eisenbahn schafft die Verbindung zu anderen Orten. Das Erscheinen von Wisters Roman und auch die Veröffentlichung von Andy Adams The Log of a Cowboy (dt. Übersetzung: Das große Treiben)[2] nur ein Jahr später, führte im zwanzigsten Jahrhundert zur Publikation einer Vielzahl von Westernromanen unterschiedlichster Art. Mit Wisters und Adams Büchern verloren die Geschichten aus dem Wilden Westen einiges von ihrer Märchenhaftigkeit. Die "neuen" Western seit dieser Zeit bemühten sich - im Gegensatz zu den früheren Dime Novels - um Authentizität. Realistische Schilderungen rückten mit in den Vordergrund, wenn auch Romantik und Abenteuer nach wie vor sehr wichtig blieben. 
 Im deutschen Sprachraum erschienen neben zahlreichen Originalveröffentlichungen ab den 1920er Jahren eine Vielzahl von Übersetzungen aus dem Amerikanischen als Hardcover.[3] Romanhefte, Leihbücher für gewerbliche Leihbüchereien und vereinzelt ab den 1950er, verstärkt ab den 1960er Jahren als Taschenbücher. Dies unterstreicht, dass in den Nachkriegsjahren Tausende von Western in Deutschland geschrieben, verlegt, gekauft und gelesen wurden. 
 Im Folgenden seien die wichtigsten Taschenbuchreihen knapp vorgestellt.[4] Owen Wister eingangs zitierte Beschreibung stammt aus der Veröffentlichung seines Klassikers in der Reihe AWA Taschenbuch - Welt der Abenteuer, die ab Mitte der fünfziger Jahre im AWA-Verlag E.F.Flatau & Co. in München veröffentlicht wurde. Monatlich erschienen bis 1958 insgesamt 60 Bände, bei denen es sich zumeist um aus dem Amerikanischen übersetzte Westernromane handelte. Neben Wister waren Zane Grey, Max Brand, Ernest Haycox, Jack Schaefer, Clay Fisher, Louis L'Amour und andere bekannte Autoren vertreten. Abgesehen davon erschienen in der Reihe z.B. Science-Fiction-Romane von Hans Kneifel oder Isaac Asimov. 
 Während in der Welt der Abenteuer nur amerikanische Western veröffentlicht wurden, griff der Erich Pabel Verlag in Rastatt in seiner nur vierbändigen Taschenbuchausgabe Flying Jack schon 1951 und 1952 auf Texte des deutschen Autors Kurt Selter zurück. Parallel dazu erschienen eine Romanheftserie und eine Leihbuchreihe gleichen Namens. Kurt Selter war ein bekannter deutscher Unterhaltungsautor, der auch unter mindestens acht verschiedenen Pseudonymen Abenteuer-, Kriminal- und Westernromane verfaßte. 
 Western-Taschenbücher blieben in den fünfziger Jahren insgesamt selten - der Markt war von Romanheften und Leihbüchern beherrscht.[5] Leihbücher wurden von speziellen Leihbuchverlagen vor allem in den fünfziger und sechziger Jahren für gewerbliche Leihbüchereien hergestellt.Auf dickem holzhaltigem Papier gedruckt, hatten sie zumeist einen Umfang von etwa 15 Druckbögen und farbige, oftmals plakative Titelbilder unter einem Suppronylbezug, der die Bände vor Verschmutzung schützen sollte. Sie konnten in gewerblichen Leihbüchereien, die sich selbst in kleinen Gemeinden fanden, gegen eine Gebühr von 25 bis 50 Pfennig ausgeliehen. Häufig waren diese Leihbüchereien an Zeitschriften- und Tabakläden angeschlossen. Ab den 1960er Jahren verschlechterte sich die Lage der Leihbüchereien.[6] Neue Medien wie das Fernsehen und auch das Taschenbuch rückten immer stärker in den Vordergrund. Dies gilt auch für den Western. 
1960 erschien Gordon D. Shirreffs Roman Der letzte Zug von Gun Hill als Band 43 in der Allgemeinen Reihe der Heyne Taschenbücher in deutscher Übersetzung. Der Veröffentlichung dieses amerikanischen Westerns folgten bis heute Hunderte von weiteren Übersetzungen in verschiedenen Reihen des Münchener Verlages.[7] Fast immer handelte es sich dabei um Übertragungen aus dem Englischen. 
 Den noch vereinzelten Westerntiteln in der Allgemeinen Taschenbuchreihe bei Heyne folgte ab 1962 eine eigenständige Westernreihe. Ihr erster Band war Der letzte Mann von Clay Fisher mit der Nummer 2007. Bei den nachträglich ausgelieferten Bandnummern 2004-2006 handelte es sich um Neuausgaben von Westerntiteln aus der Allgemeinen Reihe. Als letzter Roman der Reihe wurde 1989 mit Bandnummer 2781 von Louis L'Amour Auch Sacketts müssen sterben abgedruckt, ein Buch, daß schon zehn Jahre zuvor (Bandnummer 2536) einmal veröffentlicht worden war. Wichtigste Autoren der Reihe waren Max Brand (d.i. Frederick Schiller Faust), Zane Grey, Ernest Haycox, Henry Allen (Pseudonyme: Clay Fisher/Will Henry), Elmer Kelton, Louis L'Amour, Wayne D. Overholser, Lewis Byford Patten, Gordon D. Shirreffs, Luke Short, Owen Wister, Andy Adams, James Warner Bellah, Benjamin Capps, Frank Gruber, Clarence Buddington Kelland, Frederic Remington, Conrad Richter und Walter van Tilburg Clark. 
 Die Reihe der Heyne Western Taschenbücher war aufgrund ihrer langen Laufzeit und ihrer weitgehenden Beschränkung auf die Übersetzung amerikanischer Originale die umfangreichste und qualitativ wertvollste Western-Taschenbuchreihe auf dem deutschen Buchmarkt. Verändertes Leseverhalten und starke Rückgänge der Verkaufszahlen veranlaßten den Verlag, die Reihe 1989 einzustellen. 
 Es sei noch ein kurzer Blick auf Westernromane in den anderen Reihen des Heyne Verlages gestattet. In der Heyne Nostalgie Bibliothek erschien 1974 Friedrich Gerstäckers klassischer Romans Gold. Zwischen 1976 und 1978 veröffentlichte der Heyne Verlag dann dreizehn Bände mit Werken Karl May. Sieben dieser Romane spielen im amerikanischen Westen. Im Jahr 1981 startete die Reihe Gunn von Jory Sherman, die jedoch nach der Indizierung des sechsten Bandes aufgrund seiner als pornographisch eingestuften Szenen eingestellt wurde. Die wichtigste Nebenreihe Western Classics erschien jedoch schon in den späten 1960er Jahren mit neunzehn Bänden. 
 Im Jahr 1963 veröffentlichte der Erich Pabel Verlag in Rastatt mit James Warner Bellahs Der Mann, der Liberty Valance erschoß das erste mir bekannte Taschenbuch in seiner Reihe Pabel-Taschenbücher. In dieser seit 1960 erscheinenden Reihe wurden abgesehen von Western auch Bücher aus anderen Genres der Unterhaltungsliteratur gedruckt. Vier Jahre später erschien mit der Bandnummer 296 Les Savages Nebelreiter vom Yellowstone (Shadow Riders of the Yellowstone) als letzter bekannter Band der Reihe. Vorwiegend handelte sich auch hier um Übersetzungen aus dem Amerikanischen. Wichtige Autoren der Reihe waren Will C. Brown, Llewellyn Perry Holmes, Les Savage, Gordon Donald Shireffs und H.J.Stammel, dessen Texte unter dem Pseudonym Robert Ullman erschienen. 
Ab 1972 folgte dann im gleichen Verlag die vierzehntäglich erscheinende Reihe Colt-Western-Taschenbuch - Die Reihe amerikanischer und deutscher Spitzenautoren in der bis 1975 mindestens 74 Bände veröffentlicht wurden. Die ersten elf Titel wurden von Robert Ullman und G.F. Unger, den wohl wichtigsten deutschen Westernautoren der Zeit nach 1945 geschrieben. Später kamen dann vermehrt Übersetzungen aus dem Amerikanischen hinzu. Namen wie Willis Todhunter Ballard, Louis L'Amour, Wayne D. Overholser oder Frank O'Rourke zeigen, daß sich die Redakteure bei Pabel vielfach um Übersetzungen bekannter Autoren bemühten. 
 Ab Februar 1973 publizierte der Erich Pabel Verlag parallel zur vorgenannten Reihe das Star-Western-Taschenbuch - Die Reihe amerikanischer Spitzenautoren. Bis 1980 erschienen hier mindestens 91 Taschenbücher, die teilweise auch von deutschsprachigen Autoren geschrieben wurden. Generell gesehen waren die Verfasser dieser Bücher - leider wurden nicht immer die Originaltitel angegeben - unbekannter als ihre Kollegen in den zuvor genannten Reihen des Pabel Verlages. Die ab August [?] 1977 veröffentlichten Taschenbücher FARGO - Der Revolvermann unterschieden sich von den Vorgängerserien dadurch, dass sie einen Serienhelden hatten, der in allen Romanen auftrat. Als Autor der fast immer aus dem Amerikanischen übersetzten Bücher wurde zumeist John Benteen genannt. 
Ähnlich konzipiert waren die ab September 1977 veröffentlichten Titel der Reihe Lobo - Der Einzelgänger. Lobo, die Hauptfigur, trat 1976 erstmals in einer gleichnamigen Romanheftserie auf. Die Texte stammten von deutschen Autoren, die durchgängig amerikanisch klingende Pseudonyme benutzten. 
Ebenfalls 1977 begann eine dritte Taschenbuchreihe Sundance, in der genau wie in den beiden anderen seit diesem Jahr herausgegebenen Reihen die Abenteuer einer Hauptfigur beschildert wurden. Bis 1980 wurden mindestens 35 Texte veröffentlicht. Neben Übersetzungen erschienen hier Texte deutscher Autoren. 
Im Jahr 1985 folgten schließlich Die besten Western mit insgesamt 40 Bänden in der neugebildeten Verlagsunion Pabel-Moewig-Semrau (PMS-Verlag) in Rastatt. Bei den veröffentlichten Texten handelte es sich um Übersetzungen aus dem Amerikanischen, die zumeist schon zuvor in anderen deutschen Taschenbuchreihen erschienen waren. 
Der Bastei Verlag in Bergisch-Gladbach, in dem wie auch im Erich Pabel Verlag, seit den 1950er Jahren zahlreiche Western-Romanheftreihen veröffentlicht wurden, publizierte ab 1965 gleichfalls eine Taschenbuchreihe mit Western. Die Bastei-Western-Taschenbücher erschienen bis etwa 1978. Bei den mehr als 150 Titeln handelte es sich zunächst fast immer um Romane deutscher Autoren, die auch für die Romanheftreihen des Verlages schrieben. Genannt seien Rex Hayes (d.i. Günther Rexhaus), Uwe Hans Wilken, Robert S. Field (d.i. H.J.Stammel), G.F. Unger, und Robert Ullman (d.i. H.J.Stammel). Übersetzungen aus dem Amerikanischen waren anfangs selten, kamen aber in den siebziger Jahren häufiger vor. Neben vereinzelten Texten von Louis L'Amour oder Zane Grey wurden etliche Romane von Frank Gruber und Lewis B. Patten publiziert. 
Ab 1970 gab der Verlag die Taschenbuchreihe Lassiter heraus. Zunächst handelte es sich um Übersetzungen aus dem Amerikanischen. Als Verfasser wurde Jack Slade angegeben, später verfaßten verschiedene deutsche Autoren unter diesem Verlagspseudonym weitere Texte für die Taschenbuchreihe und die parallel dazu erscheinenden gleichnamigen Heftreihen, die bis heute in insgesamt drei Auflagen gedruckt werden. Die erste Auflage der Romanheftreihe hat inzwischen einen Umfang von mehr als 1100 Heften á 64 Seiten; als Taschenbücher sind bislang 279 Bände erschienen. In den Taschenbüchern und Romanheften werden die oftmals "märchenhaften" Abenteuer des bei Frauen sehr erfolgreichen Lassiter erzählt, die vor dem Hintergrund eines ahistorischen mythischen Wilden Westens spielen. Lassiter gehört zu den wenigen Taschenbuchreihen, die auch heute noch veröffentlicht werden. Im zweimonatlichen Turnus erscheinen neue Bände. 
Von 1971 bis 1973 erschien in deutscher Übersetzung die Anfang der 1960er Jahre in den Vereinigten Staaten herausgegebene Reihe McAllister von Matt Chisholm in insgesamt 24 Taschenbüchern. Ähnlich wie Lassiter und einige Reihen des Erich Pabel Verlages hatte McAllister einen Serienhelden, der in allen Taschenbüchern auftrat. 
G.F. Unger, einem der wichtigsten und produktivsten deutschsprachigen Westernautoren, widmete der Bastei Verlag ab 1972 die Reihe der G.-F.-Unger Taschenbücher. Monatlich erscheint noch heute ein Band, inzwischen handelt es sich um rund 300 Taschenbücher. Unger ist schon seit den fünfziger Jahren zunächst als Autor von Heftromanen und Leihbüchern tätig, die oftmals neu aufgelegt wurden. Mit mehr als 600 Heften und Büchern gehört er noch heute zu den beliebtesten Autoren von Western.[8] In seinen spannungsreichen Romanen muß sich oftmals ein einsamer Held gegen zahlreiche Widrigkeiten durchsetzen, bevor es zu einem verdienten zumeist glücklichen Ende kommt. 
 Ab 1980 erschien unter dem Titel G.F.Unger - Neuer Roman eine zweite Taschenbuchreihe, in der ebenfalls nur Romane Ungers veröffentlicht werden. Hierbei handelte es sich um neugeschriebene Texte, während in der anderen Reihe ältere Romane erneut herausgegeben wurden. Auch diese Taschenbuchreihe (bislang knapp 180 Bände) erscheint noch heute. 
 Zwischen 1978 und 1980 gaben die Western-Redakteure des Bastei Verlages zudem eine dreiundzwanzig Titel umfassende Reihe von Romanen des Amerikaners Lewis B. Patten heraus (Lewis B. Patten - Amerikas großer Erfolgs-Autor). Teilweise übernahm man hier ältere Übersetzungen, zum anderen Teil handelte es sich um Neuübersetzungen. Ähnlich konzipiert war auch die Louis L'Amour-Taschenbuchreihe, die in 14 Bänden von 1980 bis 1981 erschien. Die von 1979-1982 veröffentlichten Neuen Western aus Amerika wurden von verschiedenen zumeist nicht besonders bekannten Autoren verfaßt. Genannt seien John McLaglen, Joe Millard, Walter J. Cobb, Charles H. Preece und Tabor Evans.  Eine weitere Westerntaschenbuchreihe war ab 1981 dem Autor H. J. Stammel gewidmet, der auch als Verfasser von Sachbüchern über den Wilden Westen hervorgetreten war. Stammels Texte erschienen unter dem Pseudonym Robert Ullman; dieser Deckname wurde allerdings auch von anderen Westernautoren verwandt. In der Reihe Robert Ullman erschienen bis 1985 mindestens 35 Titel. 
Abgesehen von diesen speziellen Westernreihen veröffentlichte der Bastei-Verlag auch in seiner Allgemeinen Taschenbuchreihe etliche Bücher, die dem Western zuzurechnen sind. Mehrfach handelte es sich hierbei um Romane zu Filmen bzw. um Romane nach denen Filme gedreht wurden. Erwähnenswert ist eine Anthologie mit Westerngeschichten des Bestsellerautors John Jakes, die 1994 veröffentlicht wurde.[9] 
Mitte der 1960er Jahre begann auch der Münchener Arthur Moewig Verlag mit der Herausgabe einer Westerntaschenbuchreihe. Als Moewig-Taschenbücher - Western erschienen zunächst vorwiegend Übersetzungen aus dem Amerikanischen, z.B. einige Werke von Elmer Kelton oder zwei Bände mit Romanen zu der damals im deutschen Fernsehen ausgestrahlten Bonanza-Serie. Hinzu kamen zahlreiche Bücher von deutschen Autoren wie Robert Ullman, G .F. Unger, H .C. Hollister (d.i. Herbert Christian Nagel), H. S.Sharon (d.i. Heinz Squarra) oder U. H. Wilken. 
Als weiterer Romanheftverlag stieg der Rastatter Zauberkreis-Verlag ab Mitte der 1960er Jahre ins Geschäft mit umfangreicheren Texten ein. Als Z-exklusiv erschien ab ungefähr 1965 eine Reihe von 128-seitigen Bändchen, die ab 1969 als Taschenbücher fortgeführt wurden. Zunächst druckte man hier neben Western, Kriminal-, Science-Fiction- und Liebesromane. In späteren Jahren veröffentlichte der Verlag in der Reihe vorwiegend Western deutscher Autoren. Als ihr wichtigster sei erneut G. F. Unger genannt. 
Im Jahr 1966 publizierte der Deutsche Literatur-Verlag in Hamburg sechs Bände der D.L.V-Western; diese Reihe wurde ab 1967 als Kelter Taschenbücher - Western im Hamburger Martin Kelter Verlag fortgeführt. Bis 1974 erschienen hier rund 100 Bände aus den Federn deutscher Autoren. G.F. Unger - hier vielfach unter dem Pseudonym G. F. Bucket, Peter Kann unter den Pseudonymen Frank Laramy und William Mark, H. J. Stammel, der die Decknamen Robert S.Field und Robert Ullman verwandte, Albert Konrad Burmester, der als Axel Berger schrieb und H. C. Nagel, dessen Texte außer unter seinem wirklichen Namen auch mit der Verfasserangabe H. C. Hollister gedruckt wurden, waren die wichtigsten Autoren dieser Reihe. 
Um 1980 gab der Verlag in seiner Reihe Kelter Taschenbuch dann zahlreiche weitere Westernromane heraus, die ebenfalls fast immer von deutschen Schriftstellern stammten. In dieser Reihe erschienen allerdings neben den Western andere Unterhaltungsromane. 
Auch der Münchener Wilhelm Goldmann Verlag veröffentlichte in der zweiten Hälfte der 1960 eine Taschenbuchreihe in der mehr als die Hälfte Western abgedruckt wurden. Als Abenteuer-Taschenbücher erschienen u.a. Romane von Will Henry, Clifton Adams, Carter Travis Young, William Olivier Turner, Theodore V. Olsen und Lewis P. Patten. Abgesehen davon publizierte der Verlag in der Reihe einige Abenteuer- und Spannungsromane. Erst 1977 erschien dann eine reine Westernreihe. Die Goldmann Western von denen ungefähr 25 weitere Bände gedruckt wurden, waren Übersetzungen aus dem Amerikanischen. 
Als weiterer bekannter Taschenbuch-Verlag veröffentlichte der Ullstein-Verlag in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre eine Reihe von Western. Nachdem schon 1970 und 1971 insgesamt vier Anthologien (jeweils unter dem Titel Western-Stories) mit amerikanischen Westernkurzgeschichten erschienen waren, gab Walter Spiegl nun Romane mit Übersetzungen aus dem Amerikanischen heraus. Erwähnt seien Schüsse am Brazos (Trouble on the Brazos) von Will C.Brown, Texas-Colt (The Fighting Texan) von Will Cook, Und lautlos stirbt das Tal (The Big Pasture) von Clay Fisher und Weg der Vergeltung (The Drifters) von Allan R. Bosworth. 
Neben diesen umfangreicheren Reihen mit Westerntaschenbüchern finden sich in den Programmen verschiedener Verlagen immer wieder einmal Einzeltitel. Beim Xenos-Verlag in Hamburg wurde z.B. 1978 mit der Verlagsnummer 3001 ein Doppelband mit zwei Romanen von Gordon D. Shirreffs gedruckt und der Williams Verlag veröffentlichte in den 1970er Jahren einige Westerntaschenbücher, die aus dem Dänischen übersetzt wurden. Auch bei anderen Verlagen, wie z.B. bei dtv oder bei Fischer erschienen und erscheinen gelegentlich Texte, die man aufgrund ihrer Handlung als Westernromane bezeichnen kann. Die Abgrenzung, ob es sich bei einem Buch um einen Western handelt oder nicht ist nicht immer einfach. Sind z.B. die deutschen, französischen oder englischen Amerikaromane des vorigen Jahrhunderts Western oder nicht? Wie verhält es sich mit den Lederstrumpferzählungen von James Fenimore Cooper? Zahlreiche dieser Titel sind auch als Taschenbücher in den unterschiedlichsten Buchreihen erschienen; hier wurde jedoch weitgehend auf ihre Berücksichtigung verzichtet, um den Rahmen des Beitrages nicht zu sprengen. Unberücksichtigt blieben zudem die für jugendliche Leser bestimmten Western in Jugendtaschenbuchreihen. Somit kann der vorstehende Überblick nicht vollständig lösen, es bleiben immer einige bibliographische Lücken. 
 Festzuhalten ist, daß vor allem in den 1960er und 1970er Jahren Western in Taschenbuchform eine hohe Verbreitung fanden. Viele Verlage, vor allem diejenigen, die wie Bastei, Pabel, Moewig, Zauberkreis und Kelter auch Romanhefte mit Western veröffentlichten, haben dazu beigetragen. In ihnen erschienen insgesamt mehr als 2700 Taschenbücher,[10] die die wichtigsten amerikanischen Autoren in Übersetzungen dem deutschen Publikum näher brachten und zudem deutschen Schriftstellern ein Forum boten, ihre Ideen vom Wilden Westen zu artikulieren. Die Qualität der Übersetzungen war oft nicht besonders hoch, zudem wurden die Texte leider vielfach gekürzt und auch der literarische Wert zahlreicher Taschenbücher ist eher als niedrig einzuschätzen. Dennoch, und dies sei hier explizit betont, kommt den Taschenbüchern eine sehr wichtige Rolle zu. Ihre verhältnismäßig hohen Auflagen erreichten ein weitaus breiteres Publikum als die zuvor erschienenen Hardcover und die Leihbücher der 1950er Jahre. Sie waren - wie auch Romanheftserien, Filme und Fernsehserien - dafür verantwortlich, daß der Western und damit ein bestimmtes Bild der amerikanischen Pionierzeit auch in Deutschland zu einem populären Mythos wurden. 

 (Der Beitrag erschien erstmals in Studies in the Western, 1995; für die Online-Fassung wurde nur das Layout angepasst.) 
 
 [1] WISTER, Owen: Der Virginier. München 1956, S. 12 f. 
 [2] ADAMS, Andy: Das große Treiben. München 1977 
 [3] Eine Publikations- und Rezeptionsgeschichte des Westernromans in Deutschland ist ein Desiderat der Forschung. Generell ist vor allem die bibliographische Erforschung dieses Genres der Unterhaltungsliteratur unzureichend. Nur zu wenigen Autoren liegen bislang umfangreichere Beiträge vor (z.B. SCHMITT, Günter: Zane Grey. Biographie/ Bibliographie. - In: Friedrich Schegk (Hrsg.): Lexikon der Reise- und Abenteuerliteratur, 24. Ergänzungslieferung. Meitingen 1994; oder: ROTH, Karl Jürgen: Max Brand. Biographie/ Bibliographie. - In: Friedrich Schegk (Hrsg.): Lexikon der Reise- und Abenteuerliteratur, 25. Ergänzungslieferung. Meitingen 1994. Für die Jahre zwischen 1900 und 1945 bietet Peter WANJEK Titelverzeichnisse der Romanhefte in seiner verdienstvollen Bibliographie Der deutsche Heftroman. Ein Handbuch der zwischen 1900 und 1945 im Deutschen Reich erschienen[en] Romanhefte. [Wilfersdorf 1993]. Jens-Ulrich DAVIDS: Das Wildwest-Romanheft in der Bundesrepublik Deutschland. Tübingen 2. erw. Aufl. 1975 (= Untersuchungen aus dem Ludwig-Uhland-Institut der Universität Tübingen Bd. 24) stellt knapp die Ursprünge des Genres dar und untersucht seine Strukturen, bietet aber kaum bibliographisch verwertbare Informationen. Auch Heinz J. GALLE nennt in Klassische Indianererzählungen in Heftreihen im deutschsprachigen Raum nach 1945 ( - In: Friedrich Schegk (Hrsg.): Lexikon der Reise- und Abenteuerliteratur, 27. Ergänzungslieferung. Meitingen 1995) nur kursorisch die Titel der Reihen und verzichtet auf die Angabe der einzelnen Hefttitel. Ähnliches gilt für die bibliographischen Hinweise in Matthias SCHALOW (Hrsg.): Allgemeiner Deutscher Roman-Preiskatalog 1994-1995. Berlin 1993. Hier werden allerdings zudem zahlreiche Titel von Leihbüchern angegeben. 
[4] Vgl. dazu auch Anhang 1 und Anhang 2 (hier nicht berücksichtigt)
 [5] Knappe Überblicke zu Romanheften und Leihbüchern sind für die folgenden Ausgaben der Studies in the Western geplant. 
[6] Zum Leihbuch siehe: WEIGAND, Jörg: Träume auf dickem Papier. Das Leihbuch nach 1945 - ein Stück Buchgeschichte. Baden-Baden 1995  
[7] Eine Bibliographie der Western-Taschenbücher im Münchener Wilhelm Heyne-Verlag erscheint noch in diesem Jahr (ROTH, Karl Jürgen: Heyne Western [u.a.]. - In: Friedrich Schegk (Hrsg.): Lexikon der Reise- und Abenteuerliteratur, 29. Ergänzungslieferung. Meitingen 1995). Ihr werden sich an gleicher Stelle weitere Bibliographien zu den in anderen Verlagen erschienenen Reihen anschließen. 
[8] Eine kleine Episode unterstreicht dies. Bei einem Flohmarktbesuch Mitte September 1995 fragte ein junger Mann von etwa 30 Jahren an zahlreichen Ständen, ob unter den zum Kauf angebotenen Heften und Büchern Titel von "Unger" seien. Der Name "Unger" diente ihm als Qualitätsmerkmal für die Western, die er lesen wollte! 
 [9] JAKES, John: Gewaltig ist das Land. Geschichten aus Amerikas wildester Zeit. Hrsg. von Bill Pronzini und H. Greenberg. Bergisch-Gladbach 1994 [10] Hier sind auch Mehrfachveröffentlichungen der gleichen Titel bei Verlagen und in Reihen gezählt. Nicht berücksichtigt bleiben Neu- bzw. Nachauflagen in der gleichen Reihe mit gleichbleibender Verlagsnummer. 

Karl Jürgen Roth

Montag, 23. September 2019

TriMag 0012



Romanheft

Spannende Geschichten
In memoriam Heinrich Küster (†)

In den vergangenen Jahrzehnten gab es zahlreiche Versuche abenteuerliche Heftreihen für Jugendliche auf dem Markt zu etablieren. Neben rein kommerziell ausgerichteten Reihen, die nur spannende Unterhaltung versprachen und keinerlei pädagogischen Ansprüchen genügten, standen zahlreiche Serien, die mehr oder weniger als 'gut', 'wertvoll' oder 'erzieherisch sinnvoll' angesehene Texte verbreiten wollten. Vielfach griff man in diesem Zusammenhang auf Vorlagen aus dem Bereich der 'klassischen' Literatur zurück. Diese wurden allerdings oftmals bearbeitet und/oder gekürzt um den zumeist vorgegebenem Umfang der Romanhefte einhalten zu können.

In anderen Reihen - zu denen auch einige Versionen der hier angesprochenen Spannenden Geschichten gehörten - schrieben Autoren speziell für die jugendliche Zielgruppe. Neben Serien mit durchgehenden Serienfiguren, die häufig auch als Fortsetzungsgeschichten aufgebaut waren (z.B. Rolf Torring, Jörn Farrow, Pete um nur einige Reihen zu nennen, standen Reihen wie die Spannenden Geschichten, in denen vorwiegend monographische Texte zum Abdruck kamen.
Insgesamt erschienen in den verschiedenen Reihen, die unter diesem Namen veröffentlicht wurden, im Zeitraum von mehr als 30 Jahren 346 Hefte, zu denen noch einige Wiederauflagen in Buchausgaben kamen.

Informationen, Titellisten und Abbildungen zu den einzelnen Romanheftreihen durch Anklicken der Titel in der folgenden Übersicht.

Übersicht der Romanheftreihen:

Zeitraum Nr. Titel Verlag
ab 1926 1 - 32 Spannende Geschichten [I] C. Bertelsmann, Verlagsbuchhandlung | Gütersloh
ab 1935 1 - 126 Spannende Geschichten [II] C. Bertelsmann Verlag | Gütersloh
1948 1 - 10 Spannende Geschichten [III] Demokratische Druck- und Verlagsgesellschaft | Linz
1949-50
1952-53
1 - 28 Spannende Geschichten [IV] C. Bertelsmann Verlag | Gütersloh
1954-57 1 - 145 Spannende Geschichten [V] Rufer Verlag | Gütersloh


1. Version

Die erste Romanheftreihe mit dem Titel Spannende Geschichten erschien ab 1926 in der Verlagsbuchhandlung C. Bertelsmann in Gütersloh. Die Hefte hatten farbige Titelbilder, einen Umfang von jeweils 16 Seiten und wurden zum Preis von 15 Pfennig verkauft.

In den Jahren 1928 - 1934 erschien zudem eine Bandausgabe (Sammelbände) in insgesamt acht Bänden, jeweils vier Hefte wurden zusammgefasst, dies ergab einen Umfang von etwa 64 Seiten pro. Band. Die Sammelbände kosteten 1,20 bzw. 1,40 RM. Im letzten Band 8 (1934) fanden sich die Hefte 29-32.

Zum Abdruck kamen Texte 'klassischer' Autoren des 19. Jahrhunderts (wie Friedrich Hebbel, Wilhelm Hauff, Johann Peter Hebel oder Wilhelm Heinrich Riehl) und Erzählungen, die für die Reihe von zeitgenössischen Autoren neu geschrieben worden waren.




  1. HEBBEL, Eine Nacht im Jägerhause
  2. KNIEST, Über Bord
  3. ULBRICH, Durch Sturm und Klippen
  4. M. RÜDIGER, Der Kampf ums Bergedorfer Schloss
  5. WINTER, Was ein Gruss vermag
  6. J. M., Das kleine, verrostete Schwert
  7. LAMP, Glindes-Moor
  8. HAUFF, Die Geschichte vom Kalif Storch
  9. LENTRODT, O du Heimatflur!
  10. SCHAIRER, Der wahre Altmeister
  11. MÖCKEL, Ein Gotteswunder
  12. FRICKE, Frei geworden
  13. KÖNIG, Das Wappenbild
  14. SCHAIRER, Das Perlenwunder
  15. HEBEL, Allerlei Lustiges
  16. ULBRICH, Im Rachen des Todes
  17. RIEHL, Jörg Muckenhuber
  18. LENTRODT, Der Heidepeter
  19. LAMP, Auf Rügen
  20. VOLKENING, Doppelte Rettung
  21. FROMMEL, Zweierlei Treue
  22. YOUNG, Christliche Neujahrsfeier
  23. THEOPOLD, Aus der Franzosenzeit
  24. RIEHL, Der Dachs auf Lichtmess
  25. HESSELBACHER, Steinandler
  26. VOLKENING, Der nächtliche Überfall
  27. ULBRICH, Auf des Schwertes Schneide
  28. RIEHL, Rheingauer Deutsch
  29. DAUM, Auf dem Ritt durch Kurdistan
  30. SIEGROTH, Reitergeneral von Seydlitz
  31. VOLKENING, Der rote Berend
  32. KOENNERITZ, Friedfisch

2. Version


Die zweite Romanheftreihe mit dem Titel Spannende Geschichten erschien von 1935 bis etwa 1941/42 im Verlag C. Bertelsmann in Gütersloh. Die Hefte hatten mehrfarbige Titelbilder, einen Umfang von jeweils 32 Seiten und wurden zum Preis von 20 Pfennig verkauft. Verantwortlich für den Inhalt der Reihe war nun Johannes Banzhaf (20.12.1907 - 7.5.1968)
Von den Heften 14, 16, 28, 32 und 57 gibt es jeweils zwei Ausgaben. Die zweiten Ausgaben sind spätere Neuausgaben mit abweichenden Autoren und Titeln. Im Gegensatz zur ersten Reihe kamen weitaus stärker nationalistische und militaristische Geschichten zum Abdruck, wobei das Schwergewicht bei Themen aus der vergangenen deutschen Kolonialgeschichte sowie bei der Schilderung von Ereignissen aus dem Ersten Weltkrieg und dem Zweiten Weltkrieg lagen. Die reinen Abenteuergeschichten, die zunächst noch häufiger waren, traten später im Vergleich zu den Kriegserlebnissen deutlich in den Hintergrund. Mehrfach handelte es sich auch um Auszüge aus umfangreicheren Werken. Einige Hefte wurden später in der Nachkriegsausgabe neu herausgegeben.


  1. Fr. W. MADER, Deutsche Helden zur See
  2. Fritz DAUM, Trommeln auf Neuguinea
  3. E. MARSCHALL, Der Sohn der Wildnis
  4. S. von ADELUNG, Teneko, der Samojede
  5. Werner von LANGSDORFF, Kriegserlebnisse deutscher Flieger
  6. Viktor HELLING, Tarabagan, der Spion
  7. Gustav RENKER, Der grosse Winnetou
  8. Theodor MÜLLER-ALFELD, Alex. Gesch. von einem roten Räuber
  9. Werner BEUMELBURG, Douaumont. Ein Heldenkampf um Verdun
  10. Arno DOHM, Skagerrak. Die grösste Seeschlacht der Geschichte
  11. Viktor HELLING, Der Schatzwächter des Radjah
  12. Werner TREUENFELS, Unter Schmugglern
  13. Fr. W. MADER, Schwabenstreiche
  14. (a) Wilhelm Ernst ASBECK, Die Insel der Gächteten
    (b) Hans NEVERMANN, Bei den Kopfjägern im Urwald
  15. Hans SCHOENFELD, Der Letzte
  16. (a) Reinhard ROEHLE, Das Gespenst mit den weissen Augen
    (b) Kapitän P. KÜHNEMANN, Hilfskreuzer vom Geschwader Spee
  17. Bruno Erich SCHROETER, Marineflieger über See
  18. Ernst HELM, Der Falke vom Falkenberg
  19. P.C. ETTIGHOFFER, Deutsche Tanks fahren in die Hölle
  20. W. EHMER, Das Ringen um den Himlaya
  21. Bruno SCHWIETZKE, Vor Ypern trommelt des Tod
  22. Edgar Frhr. v. SPIEGEL, 45000 Tonnen versenkt
  23. Max GEISENHEYNER, Auf Weltfahrt mit "Graf Zeppelin"
  24. Carl Friedr. CHRISTIANSEN, Blockadebrecher nach Deutsch-Ostafrika
  25. CARACCIOLA, Der "Mann ohne Nerven" erzählt
  26. Hans HEUER, Amundsen erobert den Südpol
  27. Hermann FREYBERG, Injuna, der Herr des Urwaldes
  28. (a) W. v. BUHRMEISTER-EYMERN, Unter Bolschewiken und Kamtschadalen
    (b) Julius MOSHAGE, Vom Glaserjungen, der uns die Sterne näher brachte
  29. Alfred WIESEN, Sisto funkt SOS
  30. Emil Heinrich SNETHLAGE, Häuptling Tataru
  31. Kurt TANZ, Das sind die Kaiserjäger!
  32. (a) Fr. W. MADER, Die Schlacht bei Tanga
    (b) Kurt TANZ, Leuthen. Des Königs letzte Schlacht
  33. Heinrich M. TIEDE, Essenholer Trinks
  34. Johannes SPIESS, "U 9" auf Kriegsfahrt
  35. Kurt TANZ, Kemmel. Berg des Schicksals
  36. Bruno SCHWIETZKE, Richthofen und die rote Staffel
  37. Otto LOOKS, Grosskampf unter Deck
  38. Bruno SCHWIETZKE, Im Panzerauto zu den Steinzeitjägern der Sahara
  39. Kurt TANZ, Tankschlacht von Cambrai
  40. Hermann NIESS, Durst. Ein Erlebnis in Deutsch-Südwest
  41. Herbert A. LÖHLEIN, Die Wolfsschlacht. Heldentat eines Lappländers
  42. Bruno SCHWIETZKE, Deutsche Kämpfer in der grünen Hölle Kameruns
  43. Lothar von ARNAULD DE LA PERIÈRE, "U 35" auf Jagd
  44. Kurt TANZ, Der Mord von Naulila
  45. Berndt Caspar KLINGENBERG, Auf Grosswild in Afrika
  46. Kurt ZIESENITZ, Torpedoboote vor!
  47. Tanaka HOKUSAI, Luftkampf über Shanghai
  48. Walther WÜLFING, Orlog in Deutsch-Südwest
  49. Tanaka HOKUSAI, Bomben auf Nanking
  50. Ernst August LEHMANN, Zeppelinkriegsfahrten nach England
  51. Kurt Georg NIXDORF, Günther Groenhoff. Zwischen Himmel und Erde
  52. Werner CHOMTON, Die Schlacht vor Paris
  53. P.C. ETTIGHOFFER, Dem Stacheldraht entronnen
  54. Gustav THIEL, Der Untergang der Palmyra
  55. Hans Henning Frhr. GROTE, Drei Mann in einem Trichter
  56. Hans ZITT, Im Segelboot nach Indien
  57. (a) Erhard TEWES, Schulgin rettet Russland
    (b) W. MEYER-DELVENDAHL, Abenteuer in der Mandschurei
  58. Martin BREITENACHER, Spähtrupp Martin
  59. Manfred BÖKENKAMP, Jagd- und Reiseabenteuer an Tibets Grenze
  60. K. v. PHILIPPOFF, Menschenschmuggel nach U.S.A
  61. Gustav DITTMAR, Kampf um die "Höhe 166"
  62. Armin O. HUBER, Mit Flugzeug und Schiern in Kanadas Norden
  63. Wolfgang LOEFF, Der letzte Mann der "Köln"
  64. Johannes BLOCHBERGER, 300 km durch Feindesland
  65. Rudolf OLBRICHT, Die Feldwache
  66. Rudolf SCHAUFF, Flieger über Polen
  67. Josef GRABLER, Sturzkampfflieger über Warschau und Modlin [gelb] [rot]
  68. Hans ZITT, Sturm auf den Annaberg
  69. Hubert ZUERL, Vom Schlosserlehrling zum Pour le mérite-Jagdflieger
  70. Wilhelm BEUKE, Der neue Motor
  71. Dieter EVERS, Deutsche Panzer durchbrechen den Korridor
  72. Hans MEFFERT, Ein Sturzkampfflieger erlebt den Polenkrieg
  73. Curt RIEDEL, Radium. Der Fund am Grossen Bären-See
  74. Albert KLAPPROTT, Deutsche Flieger gegen England
  75. Alf JAUS, Gegenüber - Kanadische Scharfschützen
  76. Manfred BÖKENKAMP, Ein Wüstenritt
  77. Dietrich LEHMANN, Wir suchen den Feind
  78. Otto MIELKE, Die Stadt auf dem Vulkan
  79. Fritz FECHNER, Panzerschütze Steffen
  80. Karl H. GÖBBER u. Maximilian SPAETH, Filchner. Forscher-Abenteuer in Eis- und Sandwüsten
  81. A.C. KUHN, U 27 torpediert Flugzeugmutterschiff 'Hermes'
  82. Herbert MÜLLENBACH, Notlandung in Polen
  83. Gunther LANGES, Der Berg des Blutes
  84. Dieter EVERS, Wir waren polnische Gefangene
  85. Herbert SAEKEL, Feuer - marsch !
  86. Walter AHRENS, Meldeläufer Hardinger
  87. Albert KLAPPROTT, Jagdgeschwader Schumacher räumt auf
  88. Herbert MÜLLENBACH, Deutsche Flieger über Norwegen
  89. Walter AHRENS, Gruppe Behrens geht vor
  90. A.C. KUHN, Vernichtet Kreuzer 'Königsberg'
  91. Christian RÖCK, Monte Cimone - Kampf um einen Berg
  92. Herbert MÜLLENBACH, Bomben gegen England
  93. Martin BREITENACHER, Oberjäger Bacherl
  94. Max LIPPOLD, Durchbruch durch die Maginotlinie
  95. Herbert A. LÖHLEIN, Todesfahrt durch den Santos-Sumpf
  96. Otto MIELKE, Stosstrupp im Panzerzug
  97. Ernst DIEKMANN, Der Bunker in der Teufelsschlucht
  98. A.C. KUHN, Schnellboote am Feind
  99. H. Jürgen RUBBERT, Duell in der Luft
  100. Heinrich von DÜSEL, Der verlorene Haufe von Sasa
  101. Victor OTTMANN, Goldfieber am Sacramento
  102. Werner KEPPER, Kampf um den Grossbunker
  103. Herbert A. LÖHLEIN, Notlandung in der grünen Hölle
  104. Benno WUNDSHAMMER, Leutnant Kamp
  105. Curt RIEDEL, Den Engländern aus Kanada entwischt
  106. Walther AHRENS, Strassenkampf vor Paris
  107. Walther AHRENS, Ein Stosstrupp dringt in Warschau ein
  108. Karl HANNINGER, Stosstrupp 'Nudelteich' ist überfällig
  109. Carl STEINHAGEN, Mit Kptl. Prien gegen England
  110. Curt RIEDEL, Die Rache des Häuptlings Ujarak
  111. A.C. KUHN, U-Boot-Jagd im Skagerrak
  112. Hermann FREYBERG, Verrat in der Wüste
  113. Walther AHRENS, Und mit uns fliegt der Tod
  114. Willi HENNIG, Motorisierte Infanterie voraus
  115. M.-Obergefreiter MEDLER, Wir knacken einen Geleitzug
  116. Max LIPPOLD, Sturmtruppen vor Verdun
  117. A.C. KUHN, Vorpostenboote halten Wacht
  118. Walther AHRENS, Sturm über die Oise
  119. A. FALKENHORST, In den Klauen der GPU
  120. Fritz NEUJAHR, Hauptmann Oesaus 86. Abschuss
  121. Thor GOOTE, Fahnenjunker Lingen flieht
  122. Hans PFEUFFER, Mit dem Edelweiss vor Lemberg
  123. Alexander WIENERBERGER, Um eine Fuhre Salz im GPU-Keller
  124. Karl HANNINGER, Zwei Mann und ein MG
  125. Dieter EVERS, Die Strasse brennt
  126. Ad. W. KRÜGER, Himmelsstürmer


Version 3

Die dritte Romanheftreihe mit dem Titel Spannende Geschichten erschien 1948 in der Demokratischen Druck- und Verlagsgesellschaft m.b.H. in Linz (Österreich). Die Hefte hatten schwarz/weiss gezeichnete Titelbilder vor einem farbigen Hintergrund, einen Umfang von jeweils 32 Seiten und wurden zum Preis von 1 österreichischen Shilling verkauft.

Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs waren in den frühen Nachkriegsjahren militaristische Themen - die die zweite Bertelsmann-Reihe /ab (1935 erschienen) beherrscht hatten - natürlich nicht mehr angesagt. Der österreichische Verlag griff bei der Auswahl der Titel also auf die eher unverfänglichen Klassiker der Unterhaltungs- und Abenteuerliteratur zurück, die kaum Anstoss erregen konnten.

Zum Abdruck kamen Texte von Autoren des 19. Jahrhunderts (z.B. Hebbel, Balzac, Gerstäcker), wobei man häufig mehrere kurze Erzählungen in einem Heft zusammenstellte.



  1. Honoré de BALZAC, Die rote Schenke
  2. E.T.A. HOFFMANN, Die Abenteuer der Silvesternacht
  3. Achim von ARMIN, Frau von Saverne | Der tolle Invalide auf dem Fort Ratonneau
  4. Honoré de BALZAC, Die Zaubernacht in den Hochlanden
    Villiers de l'ISLE-ADAM, Vera
  5. Edgar Allan POE, Die schwarze Katze | Die Maske des roten Todes | Das Fass Amontiliado
  6. Friedrich HEBBEL, Matteo | Eien Nacht im Jägerhaus | Herr Haidvogel und seine Familie
  7. Friedrich GERSTÄCKER, Verbrecherjagd auf John Mulligan
  8. Friedrich GERSTÄCKER, Die Flucht der Kettensträflinge
  9. Friedrich GERSTÄCKER, Abenteuer auf Känguruh-Eiland
  10. Theodor STORM, Draussen im Heidedorf | Im Saal


4. Version

Die vierte Romanheftreihe mit dem Titel Spannende Geschichten erschien zwischen 1949 und 1953 im Verlag C. Bertelsmann in Gütersloh. Die ersten 16 Hefte wurden 1949/50 veröffentlicht, die Hefte 17 bis 28 kamen 1952/53 auf den Markt. Die Romanhefte hatten einen Umfang von jeweils 32 Seiten und wurden zum Verkaufspreis von 40 bzw. 50 Pfennig verkauft. Alle Hefte hatten mehrfarbige Titelbilder und Zeichnungen im Text.



Bei den Heften 1 - 8 handelte es sich um Neuausgaben der Vorkriegsserie (andere Nummern / andere Reihenfolge). Es handelte sich um die um folgende Nummern der VK-Serie: 26, 27, 29, 45, 54, 73, 78 und 95. Die Nummer 10 der Nachkriegsserie ist trotz gleichen Titels nicht identisch mit der Numer 57 der Vorkriegsreihe.



Im Gegensatz zu der vor bzw. während des Zweiten Weltkriegs erschienenen Reihe standen in der Nachkriegsserie wieder die Abenteuererzählungen im Vordergrund. Bekanntester Autor war Karl May (Nr. 12, 14, 16). 

  1. Hans HEUER, Amundsen erobert den Südpol
  2. Hermann FREYBERG, Injuna, der Herr des Urwaldes
  3. Alfred WIESEN, Sisto funkt SOS
  4. Berndt Caspar KLINGENBERG, Auf Grosswild in Afrika
  5. Gustav THIEL, Der Untergang der "Palmyra"
  6. Curt RIEDEL, Radium - Der Fund am Grossen Bären-See
  7. Otto MIELKE, Die Stadt auf dem Vulkan / Das Erdbeben in Tokio 1923
  8. Herbert A. LÖHLEIN, Todesfahrt durch den Santos-Sumpf. Eine Tatsachenerzählung
  9. A.E. JOHANN, Gold am Porcupine. Ein Erlebnisbericht aus dem heutigen Alaska
  10. Hans THIERBACH, Abenteuer in der Mandschurei
  11. Kurt FABER, Walfischjagd im Eismeer
  12. Karl MAY, Die Söhne des Upsaroka
  13. Gladys Shaw ERSKINE, Der letzte Reiter Pony-Express: "Mustang-Charlie" erzählt vom Wilden Westen. Ein Tatsachenbericht
  14. Karl MAY, Der Talisman
  15. A.E. JOHANN, Die Löwin im Dornbusch. Eine Geschichte aus der Kalahari
  16. Karl MAY, Auf Leben und Tod
  17. Karl KIRCHEISS, Allein über den Atlantik
  18. EICHHORN-BAYER, Pyranhas - die Kannibalen des Amazonas
  19. A.E. JOHANN, Die Herde tobt. Der Treck zum Victoria-River
  20. Curt RIEDEL, Die Todeshöhle. Goldsucher im Graubären-Gebirge
  21. Hans JANNASCH, Überfall im Somaliland. Erlebnisse im afrikanischen Busch
  22. Richard BREMER, Wir suchen Iximaya. Auf den Spuren einer versunkenen Welt
  23. A.E. JOHANN, Die Rache der Roten Speere. In den Wirren des heutigen China
  24. Hans THIERBACH, Falschgeldjagd in Marokko
  25. Heinrich HARRER, Flucht über den Himalaya. Als "PW" von Dehra-Dun bis Lhasa
  26. Kurt TANZ, Aufruhr am Kyber-Pass. Die Tat des Captain Morrisson
  27. Dietrich EVERS, Das Geheimnis am Madre de Dios. Auf den Spuren der Sintflut
  28. Curt RIEDEL, Nazah! - Nazah! Auf Bärenjagd am Hermelinsee


 5. Version


Die fünfte Romanheftreihe mit dem Titel Spannende Geschichten erschien von 1954 bis 1957 im Rufer-Verlag in Gütersloh. Insgesamt erschiene 145 Hefte. Die Hefte hatten mehrfarbige Titelbilder, einen Umfang zwischen 24 und 48 Seiten und wurden zu Preisen zwischen 25 und 40 Pfennig verkauft. Die Titelblattgestaltung wurde mehrfach geändert.


Nr. Seiten Format Preis (DM)
1-44 24 18,7 x 11,8 cm 0,25
45-48 32 18,7 x 11,8 cm 0,30
49-77 32 19,5 x 13,5 cm 0,30
78-145 48 19,5 x 13,5 0,40


Neben der Haupterzählung erschienen im Laufe der Zeit immer mehr kürzere Beiträge mit unterschiedlichen Themen in den einzelnen Heften der Serie, die im folgenden nicht im einzelnen genannt werden. Der Rufer-Verlag wurde schon 1939 von Heinrich Mohn erworben und gehörte als mehr oder eigenständiger Verlag zur Verlagsgruppe Bertelsmann. So verwundert es kaum, dass man ab der Nummer 78 das Impressum änderte. Die Verlagsangabe lautete nun: Rufer-Verlag Mohn KG Gütersloh/Westf. 1956 wurden schließlich einmalig sechs Erzählungen in einem Sammelband in Buchform veröffentlicht (Nr. 93, 16 [unbekannt (Hermann Freyberg, Der Herr des Elfenbeins)], 59, 27, 19).   

  1. Heinz GECK, Rhani, der Tiger
  2. H. MARBACH-BAHREIN, Das Geheimnis der Knotenschnur 
  3. Willi FEHSE, Unter Wüstenräubern
  4. H.E. DETTMANN, Heisse Tage am Rio Sapucahy
  5. Helmut SPRÖTE, Insel der Enttäuschung
  6. Otto BORIS, Ein Ritt ums Leben
  7. F.A. GALLUS, Menschenfang in der Südsee
  8. Josef REDING, Wetbacks am Rio Grande
  9. Alfred SALOMON, Die unheimliche Moschee
  10. H.W. KAPPLER, Die Stadt der Geister
  11. H.W. KAPPLER, Die Wächter der Minenstadt
  12. Kurt VETHAKE, Glühender Bambus
  13. Frithjof KOCH, Abenteuer in Guatemala
  14. Hans HOFFMANN, Zwischen Eis und Tod
  15. Helmut GRÖMMER, Die Fahrt der 1000 Hindernisse
  16. Walter BEST, Die Piraten von Palos
  17. Heinz HELFGEN, Start ins Ungewisse
  18. P. PIETZNER-CLAUSEN, In Zipangu lauert der Tod
  19. Adam Albert KUSZAK, Falsches Spiel im Werk
  20. August K. STÖGER, Das Rätsel der Kautschukplantage
  21. Heinz HELFGEN, Von Bagdad bis Belutschistan
  22. H.R. QUEISER, Raumschiff "RM 1" fliegt zum Mars
  23. Hermann FREYBERG, Geheimdienst im Urwald
  24. Alfred SALOMON, Das unsichtbare Netz
  25. Heinz HELFGEN, Auf Umwegen bis Bombay
  26. Jo REUTER, Sapor und die goldenen Hengste
  27. H.E. DETTMANN, Überfall der n'Goloks
  28. P. PIETZNER-CLAUSEN, Saboteure an Bord
  29. Heinz HELFGEN, Durch die Dschungel Indiens
  30. Hermann FALK, Nacht ohne Ende
  31. Carl G. HENZE, Rolf und der Autodieb
  32. Frithjof KOCH, Das Gespenster-Wrack
  33. Heinz HELFGEN, Zwischen Rebellen und Krokodilen
  34. Lothar von REPPERT-RAUTEN, Heimliche Jagdfahrt
  35. Bernt BRIST, Das Geheimnis der Alkenburg
  36. Josef REDING, Löschtrupp Larry fällt vom Himmel
  37. Heinz HELFGEN, Vom Tiger-Pass zum Irawadi
  38. H.W. KAPPLER, Wir jagten einen Kopf
  39. H.R. QUEISER, "RM 1" antwortet nicht
  40. Karl HELBIG, Was ist mit Casa Blanca?
  41. Heinz HELFGEN, Von Rangoon bis Bangkok
  42. Alfred SALOMON, Haltet den Deich!
  43. Willi MÜNCH-KHE, Robinsonade zu dritt
  44. P. PIETZNER-CLAUSEN, Sprung in die Neue Welt
  45. Heinz HELFGEN, Abenteuer in Kambodscha
  46. Lothar von REPPERT-RAUTEN, Gefährliche Ferien
  47. L. ZUKOWSKY, Im "Moor des Teufels"
  48. H. MARBACH-BAHREIN, Die "Verlorene Schar"
  49. Heinz HELFGEN, Frontflug bei Hanoi
  50. Rudolf EGER, Der tolle Trenck
  51. H.W. KAPPLER, In der Steppe verschollen
  52. Josef REDING, Froschmänner in Florida
  53. Heinz HELFGEN, Mit Kaiser Dao Bai auf Grosswildjagd
  54. Jo REUTER, Die Rache des Kaids
  55. Kurt TANZ, Totenstadt im Dschungel
  56. Günther HASELBUSCH, Herko, der Raubhecht
  57. Heinz HELFGEN, Vom Fujiyama zum Goldenen Tor
  58. Hermann FALK, Das Schmugglerschiff
  59. August K. STÖGER, SOS - Ameisen!
  60. Carl G. HENZE, Der fliegende Dolch
  61. Heinz HELFGEN, Durch den Wilden Westen
  62. Kurt TANZ, Tiger, Gaur, Greenhorn
  63. Hermann FREYBERG, Durst in der Sahara
  64. H.R. QUEISER, Die grosse Mauer
  65. Heinz HELFGEN, Gefangen auf Cuba
  66. Otto BORIS, Die Wildfischer
  67. H.W. KAPPLER, Zweikampf in der Pampa
  68. Fritz MOEGLICH, Film mit Hindernissen
  69. Heinz HELFGEN, Neuen Abenteuern entgegen
  70. Heinrich EISEN, Der Grosse Teufel
  71. Walter AHRENS, Der donnernde Berg
  72. Karl HANNINGER, Suchaktion "Giraud"
  73. Heinz HELFGEN, Durch die Grüne Hölle
  74. Frithjof KOCH, Kampf um das Inkagrab
  75. Helmuth R. PIRATH, Mit der "Bonanza" zum Kongo
  76. Hansjörg MARTIN, Diebe, Nacht und Nebel
  77. Fritz MOEGLICH, Jagd nach Uran
  78. R. PIETZNER-CLAUSEN, Flucht in die Freiheit
  79. Helmuth R. PIRATH, Zwischenlandung in Südwest
  80. Helfmut HÖFLING, Verschollen in der Artkis
  81. Armin O. HUBER, Der Todesritt
  82. Kurt TANZ, "Leibniz-Garde" greift ein
  83. Helmuth R. PIRATH, Von Löwen umringt
  84. Fritz MOEGLICH, Die verschwundenen Perlen
  85. Georg SCHÖNAUER, Die grosse Wette
  86. A.K. STÖGER, Gefahr für Manuel
  87. Helmuth R. PIRATH, Flug zu den Mau-Mau
  88. Adam Albert KUSZAK, Sprengort Stollen 7
  89. Josef REDING, Aufruhr im Negerviertel
  90. Kurt W. STREIT, Feuerflug nach Casablanca
  91. Helmuth R. PIRATH, Im Lande der Massai
  92. H.W. KAPPLER, Goldrausch auf Feuerland
  93. Josef REDING, Rotrock Percys letzte Fährte
  94. Heinz HELFGEN, Im alten Ford durch Kanada
  95. Helmuth R. PIRATH, Von Kenia nach Kairo
  96. Frithjof KOCH, Fix und die Piraten
  97. Heinz SPONSEL, Atahualpas Fluch
  98. Heinz HELFGEN, Alaska voraus
  99. Georg SCHÖNAUER, Lebendig begraben
  100. Josef REDING, Tim, König der Rodeos
  101. Hans R. QUEISER, Flammen im Ewigen Eis
  102. Heinz HELFGEN, Sibirien in Sicht
  103. Heinz GECK, Notruf aus dem Dschungel
  104. Walter G. BRANDECKER, Gefahr droht bei Kaprun
  105. H.E. DETTMANN, Von Jacarés belagert
  106. Heinz HELFGEN, Mit Buschflugzeug und Schlauchboot
  107. H.J. KEISER, Das Geheimnis der Hovas
  108. Fritz MOEGLICH, In der Gewalt tungusischer Räuber
  109. Lothar von REPPERT-RAUTEN, Ums nackte Leben
  110. Heinz HELFGEN, Arktis, Eis und Eskimos
  111. H. MARBACH-BAHREIN, Fussballschlacht in Montevideo
  112. Karl HELBIG, Der Sohn des Ölkönigs
  113. Karl SPRINGENSCHMID, Es geht um den Zwölferturm
  114. Heinz HELFGEN, Die Arktis ist grausam!
  115. Josef REDING, Pestkahn "Stella Maris"
  116. Heinz GECK, Verirrt im australischen Busch
  117. Heinz GECK, Jagd ohne Gnade
  118. Heinz HELFGEN, Mit Alapan aufs Ewige Eis
  119. Henry GAMARICK, Schiffbruch zwischen Erde und Mond
  120. Ulrich GRAILICH, Kampf den Fördepiraten!
  121. KLATT-MAHNSFELD, Blutrache
  122. Heinz HELFGEN, Dem Pol entgegen
  123. Henry GAMARICK, Wettkampf um den Weltraum
  124. Meno HOLST, Der goldene Sarkophag
  125. Josef REDING, Achtung - Autobanditen
  126. Fritz MOEGLICH, Sabotage um Erdöl
  127. Henry GAMARICK, Pioniere des Mars
  128. [?], Die Goldgräberbank von Sacramento
  129. Hermann BEHR, Hochwasser
  130. McGRAND, Sensation um Startnummer 27
  131. Henry GAMARICK, Der Weg nach Hesperos
  132. Adam Albert KUSZAK, Notlandung in der Wildnis
  133. Josef REDING, Wüstenpatrouille
  134. S. u. S. KANT, Im Schatten des Ätna
  135. Henry GAMARICK, Die Stunde des roten Planeten
  136. Dieter ABENDROTH, Ein Tramp in Kansas
  137. H.W. KAPPLER, Schlangenjäger
  138. Harry HOTHAN, Egon und die Opiumschmuggler
  139. Henry GAMARICK, Der Flug in die Zukunft
  140. Heinrich EISEN, Gespenster im Dnjepr
  141. Georg BURK, Gehetzt von der Legion
  142. Georg BURK, Es geht um die Freiheit
  143. H. MARBACH-BAHREIN, Die Hölle in der Sunda-See
  144. Heinz GECK, Kautschuk aus der grünen Hölle
  145. Walter G. BRANDECKER, SOS aus Unbekannt

Vielen Dank an Michael Kersten und Peter Loos und Helmut Röhr. 


Karl Jürgen Roth

Der Beitrag erschien ursprünglich auf der website TRIVIALITAS.

TriMag 0011


Romanheft

ABENTEUER · MÄNNER · MOTOREN · TECHNIK
PKWs, Rennwagen, Trucks, Motorräder und Fahrräder als Themen des Romanhefts

Technik fasziniert oftmals. Im 20. Jahrhundert konnten wir alle eine rasante Entwicklung mitverfolgen. Zu Beginn des Jahrhunderts - damals als Kaiser Wilhelm II. Deutschland seinen eigenen Worten zufolge "herrlichen Zeiten" entgegenführen wollte, krochen die ersten 'Benzinkutschen' in sehr gemütlichem Tempo über die damals bestenfalls mit Kopfsteinpflaster versehenen Strassen der Städte und Dörfer. Im Ersten Weltkrieg erlebten motorbetriebene Fahrzeuge ihre militärischen Einsätze. Neue Fahrzeugtypen entstanden, wurden immer wieder weiterentwickelt und vervollkommnet und boten den technikbegeisterten Zeitgenossen, Möglichkkeiten zu staunen und eventuell Wünsche zu entwickeln, die solche Fahrzeuge erfüllen konnten. Die Entwicklung von Fahrzeugen ist nur die eine Seite, ihr Einsatz etwas anderes. Fahrräder, Motorräder und Personenkraftwagen wurden im Laufe des 20. Jahrhunderts zu Massentransportmitteln. Zunächst konnten sich nur wenige die neuen Fahrzeuge leisten, heutzutage besitzt fast jede Familie mehrere PKWs und häufig auch andere Fahrzeuge (Fahrräder, Motorroller, Motorräder). Ein Ergebnis dieser ungebremsten Entwicklung ist die chronische Verstopfung unserer Strassen, ein anderes die Belastung der Umwelt. -


Schon lange vor dem Zweiten Weltkrieg war das Thema Technik auch im Bereich der unterhaltenden Literatur angekommen. Einige willkürlich herausgegriffene Titel unterstreichen dies: So schrieb Heinz Bernd in der Romanreihe Kleine Kriminalbücher des Dresdener Mignon-Verlages den Titel Das Verbrechen im Auto (Bd. 138) oder wir erfahren etwas über Das flammende Auto (Romanreihe: Jack Nelson vom Tric Trac Tric, Bd. 20).

Es blieb allerdings m.W. den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg vorbehalten Serien auf dem Romanheftmarkt zu plazieren, in denen Autos oder Motorräder handlungsbestimmend waren. In den Spannenden Geschichten des Rufer-Verlages wurden etliche Hefte veröffentlicht in denen Heinz Helfgen von seiner Weltreise mit dem Fahrrad berichtete. In den 1950er Jahren erschien dann auch eine kurzlebige eigenständige Reihe Mit dem Fahrrad um die Welt in nur drei Heften im Sport- und Jugend Verlag in Hamburg mit Berichten von dieser Reise des Globetrotters.


1954 erschien dann auch die erste richtige 'Autoserie'. Obwohl ein eigener PKW für die meisten damals noch ein Wunschtraum war - Fahrräder, Mopeds, Motorroller (die berühmte 'Vespa') beherrschten die Strassen - sind die 1950er Jahre das Jahrzehnt in dem zahlreiche Tüftler und Kleinserienhersteller mit teilweise heute kurios anmutenden Kleinst- und Kleinwagen-Konstruktionen versuchten auf dem immerhin schon expandierenden PKW-Markt Fuss zu fassen. Die Vorkriegsentwicklung des VW-Käfers bedeutete schon Luxus und die Sportwagenentwicklungen von Porsche lagen für die meisten damaligen Zeitgenossen jenseits ihrer finanziellen Möglichkeiten.

So verwundert es nicht, dass ein VW-Käfer das Titelbild des ersten Heftes der Reihe Gib Gas! Die spannende Autoreihe ziert, die das Neue Verlagshaus für Volksliteratur in Bad Pyrmont ab 1954 veröffentlichte. Die insgesamt 17 erschienenen Hefte, führten ihre Leser aber nicht nur auf die deutschen Autobahnen, sondern auch in ferne, exotische Länder, sie berichteten teilweise von länger zurückliegenden Episoden aus der Geschichte der Automobile oder erzählten von den Erfolgen und auch Unfällen damals bekannter Autorennfahrer. Allerdings scheint die Reihe beim Publikum nicht übermässig erfolgreich gewesen zu sein; das letzte Heft erschien in einem anderen Verlag (Arthur Moewig) und mit Band 17 wurde die Romanheftreihe eingestellt.


Dennoch blieb das Thema 'ABENTEUER · MÄNNER · MOTOREN · TECHNIK' weiterhin aktuell. Die 'Macher' bei Moewig griffen es auf und warfen noch 1955 die Reihe PS · Auto- und Motorrad-Geschichten aus aller Welt auf den Markt. Bis 1956 erschienen in dieser Reihe 34 Romane mit einer der Vorgängerserie vergleichbaren Themen- und Handlungsstruktur, wobei bei PS · Auto- und Motorrad-Geschichten aus aller Welt das technische Element etwas stärker akzentuiert wurde.Danach wurde es wieder ruhiger. Die Deutschen lasen in den folgenden Jahrzehnten weniger über Autos oder Motorräder - sie kauften sie. Der Individualverkehr nahm kontinuierlich zu, Fahrten mit Autos waren im Prinzip keine Abenteuer mehr, sie wurden alltäglich. Man fuhr mit dem PKW zur Arbeit, man benutzte ihn zur Urlaubsreise und auch Auto- oder Motorradrennen hatten nur eine eingeschränkte Popularität. Hinzu kamen erste Warnungen vor Umweltbelastungen durch Abgase oder steigende Benzinpreise, die teilweise in den 1970er Jahren auch zu einem "Sonntagsfahrverbot" geführt hatten.
Motorräder wurden allerdings von alltäglichen Transportmitteln (z.B. für den Weg zur Arbeit) weitgehend zu Freizeit- und Sportfahrzeugen und die aus den USA herüberschwappende Begeisterung für Trucker und ihr angeblich freies und abenteuerreiches Leben steigerte die Popularität dieses Berufes und brachte eine Begeisterung für chromblitzende 'Giganten der Highways' und die sogenannten Trucker-Songs mit sich.

Vielleicht führte dies auch dazu, dass der Kölner Wolfgang Marken Verlag 1982 erneut einen Versuch unternahm unsere Thematik in Form einer Romanheftreihe den Lesern nahe zu bringen. Immerhin brachte es die Trucker-Reihe 320 PS-Jim auf mehr als 100 Ausgaben, die bis 1986 in vierzehntäglichem Turnus veröffentlicht wurden.
Gleichfalls bei Wolfgang Marken gab es ab 1984 eine Reihe über die Erlebnisse von Motorradfahrern. Zwei Teufelskerle erlebten - wie der Untertitel besagt - 'Abenteuer auf heissen Öfen', allerdings nur 22mal, dann war dieser Versuch einer neuen Romanheftreihe wieder gescheitert.

Frei nach dem Motto 'Aller guten Dinge sind drei' - blieb der Wolfgang Marken Verlag der Thematik treu und schickte erneut Trucker auf die Piste. In Turbo-King waren 'Fernfahrer unterwegs' zu insgesamt 21 Abenteuern, die 1986 beendet wurden.

Die Versuche des Kölner Verlages das Thema ''ABENTEUER · MÄNNER · MOTOREN · TECHNIK' zu popularisieren und daraus Profit zu ziehen, dürften auch im geographisch nit weit entfernten Bergisch-Gladbach bemerkt worden sein. Hier schickt die bekannte 'Spedition' des Bastei-Verlages 1986 mit dem Trucker-King ein eigenes 'Gefährt' ins Rennen um die Publikumsgunst. Als Verfasser der Reihe wurde zunächst der Name Steve Cooper genannt, ein Verlagspseudonym, hinter dem sich zahlreiche Autoren verbargen. Später wurden verschiedene Verfassernamen genannt. Trucker-King war bislang die letzte Romanheftreihe, die sich mit den Erlebnisse von Truckern und ihren Fahrzeigen beschäftigte - sie war allerdings auch die mit Abstand kommerziell erfolgreichste Reihe dieses Subgenres des Abenteuerromans - immerhin erschien bis 1996 250 Titel, in denen einmal sogar Jerry Cotton einen Gastauftritt absolvieren durfte (Bd. 90).

Mit 'ABENTEUER · MÄNNER · MOTOREN · TECHNIK' griffen die 'Macher' der populären Unterhaltungsliteratur ein Thema auf, welches m.E. irgendwo in der Luft lag, allerdings kommerziell langfristig nicht besonders erfolgreich war. Erstmals wurde es in 1950er Jahren zur Inspiration für eigenständige Serien, denen in 1980er Jahren eine zweite Gruppe von Reihen folgte, in denen nun allerdings das Trucker-/Fernfahrer-Thema weitaus stärker in den Vordergrund und auch in die Titelzeilengerückt wurde.

Informationen, Titellisten und Abbildungen zu den einzelnen Romanheftreihen durch Anklicken der Titel in der folgenden Übersicht.

Übersicht der Romanheftreihen:

Zeitraum Nr. Titel Verlag
ca. 1954 1 - 3 Mit dem Fahrrad um die Welt Sport- und Jugend Verlag | Hamburg
1954-55 1 - 17 Gib Gas! Die spannende Autoreihe Neues Verlagshaus für Volksliteratur | Bad Pyrmont
1955-56
1 - 34 PS · Auto- und Motorrad-Geschichten aus aller Welt Arthur Moewig Verlag | München
1982-86  1 - 106 320 PS-Jim · Cowboys der Highways Wolfgang Marken-Verlag | Köln
1984-85 1 - 22 Zwei Teufelskerle Wolfgang Marken-Verlag | Köln
1985-86 1 - 21 Turbo-King Wolfgang Marken-Verlag | Köln
1986-96 1 - 250 Trucker-King Bastei-Verlag | Bergisch-Gladbach

Karl Jürgen Roth 

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf der website TRIVIALITAS veröffentlicht. - Der erneute Abdruck ist weitgehend unverändert.