Samstag, 24. November 2012

Kolportage aus den frühen 1930er Jahren

Ein spätes Beispiel für einen Kolportageroman. Die DNB nennt allerdings nur das 1. Heft. Weitere Hefte waren wohl geplant, ob sie aber erschienen sind, muss offen bleiben.


[anonym]
Heisses Blut. Die Tochter des Farmers.
Ein Liebesroman unter südlicher Sonne, Heft 1
Adolf Ander | Dresden 1933 [© 1932]
Heft -- ca. 20,5 x 14 cm -- 32 S. -- 20 Pf.

Probeseiten 12 + 13


Aus der Hölle der Fremdenlegion [00004]

Die Légion étrangère oder die Fremdenlegion war zur Zeit der Weimarer Republik sogar Thema eines Sonderheftes der SÜDDEUTSCHEN MONATSHEFTE, dessen Titelbild gekonnt übliche Klischeevorstellungen wiederspiegelt.


Die französische Fremdenlegion [aussen: Die Fremdenlegion]
Süddeutsche Monatshefte. September 1926. Heft 12,
23. Jahrgang. München: Südd. Monatshefte 1926. Groß-8° (24,5x16cm). VII, S. 384-462, XVI Seiten. Original-Broschur.
[Das Themenheft "Fremdenlegion" enthält auf 42 Seiten 8 detaillierte Beiträge verschiedener Offiziere Angaben laut Internetangebot]

Aus der Hölle der Fremdenlegion [00003]

Auch in Vorträgen machte man in den 1950er Jahren Propaganda gegen den Dienst in der Légion Étrangère - zugleich betrieb man aber auch Propaganda für die eigenen schriftstellerischen Werke.

Albert Verbeet signierte sein Buch: "In Erinnerung an meinen Vortrag 'Fremdenlegion und Indochina' in der 'Engelbert-Heimstatt', W'tal-Elberfeld, den 1.12.1953. Alb. Verbeet". Vom signierte Werk wird in der DNB auch noch eine 3. Auflage [1954] verzeichnet, ausserdem erwähnt die DNB die Einbandvarianten broschiert, Halbleinen sowie Leinen. - Verbeet hat bis 1967 mindestens drei weitere Bücher mit ähnlichen Inhalten veröffentlicht, die teils auch als 'Jugendschriften' gekennzeichnet wurden.

Albert VERBEET
Freiwillige in den Tod. 
Ein Deutscher in der Dschungelhölle von Indochina
[Selbstverlag] Verbeet | Oberhausen-Sterkrade [1953 oder früher]
Halbleinen -- 136 S. mit Abb.

Aus der Hölle der Fremdenlegion [00002]


Faber du Faur, Otto von (1828 in Ludwigsburg - 1901 in München):
Fremdenlegionär 
originale Bleistiftzeichnung auf Büttenpapier ca. 36x23cm;
unterhalb der Darstellung mit Stempelmonogramm und handschriftlich datiert "8.Jan.(18)85"

Aus der Hölle der Fremdenlegion [00001]

Nach verlorenen Kriegen besassen die Werbeversprechungen der französischen Fremdenlegion durchaus eine gewisse Attraktivität für ehemalige Soldaten oder abenteuerlustige junge Männer. Man versprach einen spannenden Aufenthalt in exotischen Ländern, ein gutes Leben in der Legion und/oder ordentlichen Sold - gegen die Verpflichtung Frankreich irgendwo in der Welt als 'Kanonenfutter' zu dienen. Allerdings erwiesen sich die Versprechungen oft als übertrieben oder falsch. Harter Dienst, Schikanen und Langeweile in täglichen Dienst in den oftmals einsamen Garnisonen waren vielfach an der Tagesordnung - was nicht zuletzt dazu führte, dass manche Legionäre mit Desertationsgedanken spielten ... und diese Desertationen auch durchführten.

Hierzu entstand eine reiche Erinnerungsliteratur. Sei es wie - im präsentierten Buch - in Form einer Briefdokumentation, sei es in direkten Erinnerungen ehemaliger Legionäre oder in belletristischer Form, z.B. in Romanheften, gebundenen Büchern bzw. - nach 1945 - auch in Leihbüchern und Taschenbüchern.

In Deutschland spielten in der Rezeptionsgeschichte dieser Literatur Fakten, wie eine gefühlte Antipathie gegen Frankreich durchaus eine Rolle für den kommerziellen Erfolg solcher Werke. Hier konnte man über die damals vielfach ungeliebten westlichen Nachbarn, genau das lesen, was man eigentlich eh schon dachte; zusätzlich gewürzt mit einigen Prisen Abenteuer, Exotik und Nervenkitzel, was den 'Unterhaltungswert' der Titel durchaus steigerte. - Die eigentlich intendierte Warnung vor dem Dienst unter 'Frankreichs fremden Söhnen' dürfte dagegen vielfach ungehört verpufft sein.


Fred WESTPHAL (Hrsg.)
Gemarterten-Schreie in die Kulturwelt
Briefe deutscher Söhne aus der Hölle der Fremdenlegion
Geleitwort von General a.d. Hermann v. Kuhl
Mit acht Abbildungen und vier Brief-Faksimiles

Robert Lutz Nachfolger Otto Schramm | Stuttgart 1931
engl. brosch. (oben) Leinen (unten) -- ca. 19,5 x 13,3 cm -- 159 S.


Der im Buch vorhandene Hinweis: "Für Jugendliche unter 18 Jahren ist diese Schrift nicht bestimmt." dürfte sich vbermutlich verkaufsfördern ausgewirkt haben.

Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlage der broschierten Ausgabe!

Afrika + Luffahrt

Vier Jugendbücher von Rolf Italiaander aus dem Zeitraum zwischen 1934 und 1953 spiegeln durchaus das Interessenspektrum des Autors. Sie behandeln Themen aus den Bereichen Luftfahrt und Afrika - beides zugleich Bereiche, die abenteuerinteressierte Jungen - für die diese Titel ja bestimmt waren - durchaus ansprachen. Dies belegt indirekt auch die Widmung für einen 11-jährigen Klaus zum Geburtstag in DER ÜBERFALL AUF DIE SAHARA-SCHULE.


Rolf ITALIAANDER
Wüstenfüchse. Eine Jungensgeschichte aus Nordafrika
Gustav Weise Verlag | Berlin © 1934 (20.-30. Tsd.)
Halbleinen -- ca. 19 x 13 cm -- 128 S., mit Titelbild u. Innenill. von Hans Hähnel


Rolf ITALIAANDER
Lennart und Faber, zwei Flieger
Gustav Weise Verlag | Berlin © 1935 (11.-15. Tsd.)
Halbleinen -- ca. 19 x 13 cm -- 92 S., mit Titelbild u. Innenill. von Karl Stratil


Rolf ITALIAANDER
Wolf Hirth erzählt. Die Erlebnisse unseres erfolgreichen Meister-FliegersMit einem Vorwort von Elly-Beinhorn-Rosemeyer

Neue, wesentlich erweiterte Ausgabe mit 43 Bildern
Gustav Weise Verlag | Berlin © 1935 (10.-16. Tsd.)
Leinen -- ca. 22,3 x 15,5 cm -- 215 S., ill.


Rolf ITALIAANDER
Der Überfall auf die Sahara-Schule. Ein Roman für junge Leute
Union Deutsche Verlagsgesellschaft  Stuttgart 1953 (1.-5. Tsd.)
Halbleinen m. SchU -- ca. 20,5 x 12,5 cm -- 186 S., mit Titelbild u. Innenill. von Richard Sapper

Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlagen!

Indienfahrt

1916 - in Europa tobte der Erste Weltkrieg - erschien von Waldemar Bonsels (1880-1952) ein Buch mit dem verheissungsvollen Titel INDIENFAHRT. Exotische Ferne, Reisen, Abenteuer sind Begriffe, die sofort einfallen - solche Sehnsüchte bediente der Autor hier.
Bonsels INDIENFAHRT gehörte neben der BIENE MAJA und HIMMELSVOLK zu den erfolgreichsten Büchern des Schriftstellers.

Waldemar BONSELS -- Indienfahrt
Verlag der Literarischen Anstalt Rütten & Loening | Frankfurt a. M. 113.-123. Tausend 1920
Pappe -- ca. 21,5 x 14 cm -- 258 S.

Auszüge aus zeitegnössischen Besprechungen (aus der Ausgabe von 1920)
Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlagen!

Auswanderergeschichte

Einst erfolgreich - heute weitgehend vergessen ... so könnte man Johannes Gilhoffs (1861-1930) im Jahr 1917 veröffentlichten Roman JÜRNJAKOB SWEHN DER AMERIKAFAHRER kurz charakterisieren. Gillhoffs Werk in den 1920er und 1930er Jahren sehr populäres Werk beruhte auf  Briefen, die ein mecklenburgischer Auswanderer einst an Gillhoffs Vater geschrieben hatte. Die hier vorliegende Ausgabe (201.-210. Tsd) wurde laut Vermerk auf dem Schmutztitel zum Weihnachtsfest 1927 verschenkt.


Johannes GILLHOFF
Jürnjakob Swehn der Amerikafahrer
Dom-Verlag | Berlin 201.210. Tsd. 1926
Halbleinen -- ca. 21 x13,5 cm -- 310 S.

Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlagen! 

Maritimes [00014]

Wenn national gesinnte Autoren wie Helmut Lorenz die Selbstversenkung der eigenen 'Dickschiffe' im Jahr 1919 zu einem Ruhmestag der deutschen Marine hochstilisieren, so erscheint dies schon ziemlich seltsam.

Da gibt ein Admiral nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Auslieferung  der meisten modernen deutschen Kriegsschiffe an die Siegermächte den Selbstversenkungsbefehl, um der Ehre willen - was damit auch immer gemeint sein mag. Bei Lorenz liest sich das dann so:
"'Gestern hat Admiral von Reuter die ganze deutsche Flotte in Scapa Flow mit wehenden Fahnen versenkt!!'
Da brausen Hurras ... immer wieder ... Kord Roewer aber ruft voll Stolz:
'Leewer Ehr ohn' Schepp as Schepp ohn' Ehr!'--" (S. 383)


Helmut LORENZ
Die versunkene Flotte. Ein Roman
Martin Warneck | Berlin 1926 [1.-5. Tsd.]
Leinen -- ca. 19,6 x 14 cm -- 386 S.

Hier noch ein Gedicht, welches Lorenz als Vorspruch des Romans verwendet:
Es raunen die Wogen, es rauschet die See,
Dumpf braust in der Brandung Grollen
Jahraus, jahrein das Lied voll Weh:
Versunken - verloren - verschollen.

Was heult der Sturm in der deutschen Bucht?
Wie wimmert er dir in die Ohren!
Er peitscht die See, er sucht und sucht:
Versunken - verschollen - verloren.

Nicht klagen, frisch wagen! Wir strecken den Kiel!
Wir wissen, was wir besessen.
Mit neuen Schiffen zum alten Ziel!
Versunken, - doch nimmer vergessen.
Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlagen!

Maritimes [00013]

Preiswerte, abenteuerliche Geschichten - häufig vor einem exotischen Hintergrund - waren durchaus auch Werbemittel für eine stark deutsche Marine und für Kolonien auf fremden Kontinenten. Dieses 'Bedürfnis' förderten Veröffentlichungen wie die DEUTSCHE MARINE- UND KOLONIALBIBLIOTHEK.

Eine erste unter dem Titel AUF WEITER FAHRT von Julius Lohmeyer herausgegebene Sammlung  mit "Selbsterlebnissen zur See und zu Lande" erschien 1901 Leipzig bei Dieterich (VII, 303 S., mit 12 Vollbildern)

Das Titelbild des 1. Bändchens der hier präsentierten Volksausgabe zeigt einen Kreuzer vor einer mit Palmen gesäumten Küste. Diese Volksausgabe erschien ab 1913 bei Thalacker in Berlin. Die DNB nennt neun Bändchen gibt aber - wild durcheinander - Erscheinungsjahre zwischen 1906 und 1913 an. Ich vermutte, dass alle Bändchen ab 1913 veröffentlicht wurden!


LOHMEYER-WISLICENUS
Auf weiter Fahrt
Selbsterlebniss zur See und zu Lande
Deutsche Marine- und Kolonialbibliothek. Volksausgabe, bearbeitet von G. Gramberg
I. Bändchen, mit 5 Vollbildern (Fotos)
Bernhard Thalacker | Berlin [1913] 14.-18. Tsd.
Halbleinen -- ca. 21,5 x 14,5 cm -- 82 S., ill

Inhalt:
- Dr. Graf von Pfeil, Joachim -- Jagderlebnisse im Kaffernland
- Weidmann, Konrad -- Ein interessanter ostafrikanischer Küstenmarsch
- von Liebert, Generalleutnant z.D., E. -- Eine Reise zum Kilimandscharo
- Graf von Arnim, Leutnant -- Patrouillenritte im Hereroland
- Schwabe, Hauptmann Kurd -- Ein Jagdritt in Deutsch-Südwestafrika

Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlagen!

Jensen - Der Gletscher

Der Roman Bræen des dänischen Schriftsteller Johannes V[ilhelm] Jensen (1873-1950) erschien 1908. Drei Jahre folgte eine erste deutsche Übertragung. Im Jahr 1944 wurde Jensen für sein literarisches Werk mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. - Die hier gezeigte Sonderausgabe von DER GLETSCHER erschien 1932 und wurde von Julia Koppel aus dem Dänischen übersetzt.

Johannes V. JENSEN - Der Gletscher. Ein neuer Mythos vom ersten menschen
mit einer Vorgeschichte: Das verlorene Land

S. Fischer Verlag / Berlin - Sonderausgabe 1932 (1.-25. Auflage)
Leinen 445  S.

Ich danke Herbert Kalbitz für die Scanvorlagen!

Freitag, 23. November 2012

Baaskääls + Feldblömkes

Mundartliteratur hat was ihre Rezeption anbetrifft immer einen Vorteil, der zugleich aber auch ihr Nachteil ist: Sie wird nur in einer bestimmte Region richtig verstanden, allerdings muss sie auch überwiegend dort ihre Käufer finden - Menschen aus anderen Gegenden verstehen die Texte und insbesondere die Feinheiten der Dialekte in der Regel nicht.

Bei den unter dem Pseudonym J. L. Gemarker veröffenlichten Texten aus dem bergischen Raum trifft dies zu - ich wohne nur etwas 100 km entfernt und verstehe Vieles einfach nicht ... Der Autor hiess eigentlich Karl Julius Leithäuser (1861-1945 {oder 1948, lt. anderer Quelle}) und war laut der DNB Schriftsteller, Oberlehrer, Germanist und Volkskundler. Schriftstellerisch tätig war er zwischen 1891 und etwa 1940.

Die beiden hier gezeigten Bändchen sind hübsch gestaltet. Den älteren Band ziert der gekrönte rote Löwe - das historische Wappen der Region, während wir auf dem jüngeren Band eine holzschnittartige Darstellung einer Kleinstadt aus dieser Gegend finden.



J. L. Gemarker
BAASKÄÄLS
A. Martini & Grüttesien G.m.b.H. | Elberfeld 2. Auflage 1912
gebunden (Leinen) -- ca. 18,3 x 12,5 cm -- 110 S.
[= Bergische Erzähler - Fünfter Band]

J. L. Gemarker
FELDBLÖMKES
Ledsches on Rimkes
A. Martini & Grüttesien G.m.b.H. | Wuppertal-Elberfeld 1940
gebunden (Halbleinen) -- ca. 18,3 x 12,5 cm -- 109 S.

Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlagen!


Eine ideale Familie

... umrahmt von farbig dargestellten Heilkräutern ziert den Jugendstileinband des ansonsten nicht bemerkenswerten Ratgeberbändchens aus dem Carl Bretschneider Verlag in Hamburg.

Vater und Mutter kümmern sich liebevoll um ein Kleinkind, welches die Mutter im Arm hält. Die Kleidung der Personen ist bürgerlich, der Mann mit Kaiser-Wilhelm-Schnurrbart trägt eine gestreifte Hose, Fliege, Weste und Jacke, die Frau ein hochgeschlossenes Kleid.


Dr. M. Lang (Hg.) - Der vollständige Hausdoktor. 
640 bewährte Hausarzneimittel gegen die meist vorkommenden Krankheiten der Menschen
Verlag Carl Bretschneider | Hamburg [s.a.]
[Beim abgebildeten Buch dürfte es sich um ein später neu gebundenes Exemplar handeln.]

Ich danke Herbert Kalbitz für die Scanvorlage des Bucheinbandes!

'Billige' Volksbücher mit 'wertvollen' Texten

Wilhelm JENSEN (1837-1911) war ein in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durchaus bekannter Schriftsteller, dessen Werke man für 'wertvoll' genug hielt, um sie im Rahmen der VOLKSBÜCHER DER DEUTSCHEN DICHTER GEDÄCHTNIS-STIFTUNG zu veröffentlichen. Hier versuchte man Literatur in preiswerter Form über Volksbibliotheken bzw. über normalen Verkauf breiten Kreisen des Volks darzubieten - vermutlich auch um sogenanntem 'Schmutz- und Schund' entgegen zu wirken. - PoMeWe bietet hier einige Scans um das Spektrum der angebotenen Werke aufzuzeigen.


Wilhelm JENSEN - Über der Heide
Verlag der Deutschen Dichter-Gedächtnis-Stiftung | Hamburg Grossborstel 11.-20. Tsd. [s.a. - um 1915]
geheftet/gebunden -- ca 17,7 x 12 cm -- 127 S.  [Einbandzeichnung: Ernst Liebermann]
[= Volksbücher der Deutschen Dichter-Gedächtnis-Stiftung, Heft 12]









Ich danke Herbert Kalbitz für die Scanvorlagen!

Freitag, 16. November 2012

Maritimes [00012]

Curt-Wilhelm Schmidt (* 1874 oder 1875) schrieb unter dem Pseudonym Victor Helling etliche Jugendabenteuerbücher für die UDV in Stuttgart. Seine bekanntesteten Titel erschienen im Lauf der 1920er Jahren. Zu ihnen gehörte auch das hier präsentierte Buch, welches von Willy Planck (Einband und Innenbilder) illustriert wurde.

Victor Helling
Der Perlenfischer von Bombay
Mit einem farbigen Titelbild und 25 Textabbildungen von Willy Planck
Union Deutsche Verlagsgesellschaft | Stuttgart - Berlin - Leipzig [4. Auflage] 1926
gebunden -- ca 21,5 x 15 cm -- 263 S.

Ich danke Herbert Kalbitz für die Scanvorlage des Bucheinbandes!

Maritimes [00011]

Willi Münch-Khe, war hauptberuflich Maler und Bildhauer und gelegentlich auch Verfasser von Abenteuerromanen. Geboren wurde er 1875 (Kürschner, 1952) oder 1885 (Infos zu Kunstauktionen), gestorben ist er entweder 1960 oder 1961.
Als Autor verfasste Münch-Khe die beiden Seeabenteuerromane Kapitän Rohmer bezwingt den Atlantik und Die Flaschenpost, die beide mehrere Auflagen erlebten.

Wir zeigen hier die innerhalb der Bären-Bücher 1944 veröffentlichte Ausgabe der Flaschenpost, ein Paperback der Kriegsjahre im Format von 22 x 15 cm.


Willi Münch-Khe
Die Flaschenpost. Abenteuererroman
Verlag Scherl | Berlin SW [16.-80 Tausend aller Ausgaben] 1944 {© 1940}
Pappe -- ca. 22 x 15 cm --144 S.
[Bären Bücher]

Ein 2008 bei einer Auktion angebotenes Gemälde von Willi Münch-Khe
Ich danke Herbert Kalbitz für die Scanvorlage des Bucheinbandes!

Maritimes [00010]

Ein Buch für Jungen, das von Kriegsschiffen, Seefahrt und Ausland erzählt

sollte wohl  1937 Werbung für 'wunschgemässes' Verhalten im Sinne der NS-Machthaber machen. Im zitierten Untertitel wird das 'Abenteuer' selbst nicht erwähnt, aber in der Handlung des für Knaben im Alter zwischen 12 und 16 bestimmten Buches ist es immer unterschwellig anwesend. Den gewünschten Ton dürfte der Autor getroffen haben, sein Werke wurde 1942 schon der fün ften Auflage erneut gedruckt.

Über den Autor Hans Fuchs weiss der Kürschner im Jahr 1952, dass er von Beruf Kaufmann war, und am 31. Mai 1903 geboren wurde. Seine Schriften mit nationalsozialistischem Gedankengut übersieht der Kürschner grosszügig; Verlagsanzeigen belegen sie allerdings: Titel wie Das Mark der Ehre. Gedichte eines Soldaten oder Heimkehr ins Dritte Reich sprechen für sich.


Hans Fuchs
Als Seekadett nach Fernost 
Ein Buch für Jungen, das von Kriegsschiffen Seefahrt und Ausland erzählt 
Mit Buntbild und Zeichnungen im Text von Heinz Schubel und photograph. Aufnahmen
Loewes Verlag Ferdinand Carl | Stuttgart [2. Auflage] 1937
Halbleinen -- ca. 20,5 x 15 cm -- 134 S., ill.

Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlage.

Koloniale Abenteuer für Jugendliche

Ludwig Foehse (geb. 1841) verfasste Ende des 19. Jahrhunderts eine Reihe von Abenteuererzählungen für Jugendliche, die nicht nur in den Kolonien spielten. Wir zeigen hier ein spätes - vermutlich erst in den 1930er Jahren veröffentlichtes - Beispiel seiner Arbeiten. Die Texte dürften zuvor schon (evtl. in anderer Zusammenstellung) veröffentlicht worden sein. Das Titelbild stammt von M.W [d.i. Max Wulff] die Innenillustration ist nicht signiert, dürfte aber von einem anderen Illustrator stammen und ist wohl aus einer älteren Veröffentlichung übernommen worden.


Ludwig FOEHSE
Unter Wilden und Seeräubern. Erzählungen aus dem dunklen Erdteil
A. Weichert | Berlin [s.a.]
Halbleinen -- ca.  21,5 x 15 cm -- 80 S., farbig ill.  [Titelbild, 1 Farbtafel]

{Inhalt: Die Sklavenjäger von Lindi (3-34) -- Sam, der treue Neger von Bagamoyo (35-57) -- Der weiße Zauberer am Kilimandscharo (58-80)}

Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlage.

Maritimes [00009]

Walter Heichen (1876-1970) gehörte zu den bekannteren Jugendschriftstellern in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er 'hatte' es zumindest zeitweilig mit den sogenannten "Helden".

Dies ging schon schon während des Ersten Weltkriegs los. Laut der DNB veröffentlichte er [1916] ein Buch bei C. Siwinna über Die Helden von Tirol und am Isonzo. Während der 1920er Jahre waren die "Helden" in Deutschland nicht unbedingt besonders populär, dies änderte sich aber, nachdem Adolf Hitler und seine Paladine ab 1933 ein "Tausendjähriges Reich" proklamierten, welches glücklicherweise nur 13 Jahre später schon wieder passé war.

So erschienen [1934] dann die Helden der See, ihnen folgten [1936] die Helden der Luft, und auch die Helden der Front wurden [1937] nicht vergessen, bevor dann 1938 die Helden der Kolonien ihre Würdigung fanden. Ach so, von den Helden der Luft gab's dann 1941 noch eine Neuausgabe (?). [Alle Erscheinungsjahre laut der DNB - der mir vorliegende Band nennt kein Erscheinungsjahr.]

Walter HEICHEN
Helden der See. Heldentaten unserer Marine 1914/1918
A. Weichert Verlag | Berlin [s.a.] [1934]
Halbleinen -- 22 x 15,5 cm -- 160 S. farbig ill. von Max Wulff

Max Wulff wurde 1871 geboren und war ein vielgedruckter Illustrator von Kinder-, Jugend- und Abenteuerbüchern. Er war in vielen Sätteln zuhause veröffenlichte z.B. auch Bilder von Indianern oder idyllische Szenen für Mädchenbücher. Seine maritimen Illustrationen sind durchaus akzeptabel, wie auch obiges Titelbild belegt.

Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlage.

Maritimes [00008]




 Der jüngere Mann in Matrosenuniform, der uns von obigem Porträtfoto etwas ernst ansieht, 'blieb', wie man es zeittypisch nannte, 'in der Seeschlacht am Skagerrak', die später von englischen und deutschen Marinehistorikern jeweils gerne als eigener Sieg gewertet wurde.  

Gorch Fock, eigentlich Jakob Wilhelm Kinau, wurde 1880 geboren und schrieb ab etwa 1904 Erzählungen und Gedichte überwiegend in plattdeutscher Mundart, in denen - wie auch in seinem bekannten Roman Seefahrt ist Not! - das Leben und die Arbeit der Fischer und Menschen an der Nordseeküste und der Elbe eine besondere Rolle spielten.

Seine Werke wurden bald populär und er war schon zu  Zeit seines frühen Todes eine durchaus bekannte Persönlichkeit. Sein Tod in der Seeschlacht wurde als 'heroisch' verbrämt, und schon 1917 benannte die kaiserliche Marine ein Schiff nach ihm. Später (1933 und 1958) wurden die grossen Segelschulschiffe der Marine, mit denen man oftmals den Begiff der Seefahrtsromantik verbindet, nach ihm benannt.

Unsere kleine Auswahl zeigt drei Bücher, einen Roman und zwei Erzählungssammlungen.


Gorch FOCK
Fahrensleute. Neue Seegeschichten
M. Glogau jr. | Hamburg [6.-10. Tsd.] 1916
gebunden -- ca. 19 x 13 cm -- 184 S. (Inhalt s.u.)



Gorch FOCK
Nordsee. Erzählungen

herausgegeben von Aline Bußmann. Mit einem Bildnis des Dichters (s.o.)
M. Glogau jr. | Hamburg [36.-45. Tsd.] 1918
gebunden, m. SchU -- ca. 19 x 13 cm -- 181 S. (Inhalt s.u.)
{Umschlagzeichnung von Adolf Möller-Altona}

Gorch FOCK
Seefahrt ist not! Roman
M. Glogau jr. | Hamburg [165.-173. Tsd.] 1927
gebunden -- ca. 19 x 12,5 cm -- 282 S.

Werbeanzeige aus SEEFAHRT IST NOT!  (1927)
Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlagen!

Die deutsche Hanse und Jürgen Wullenwever

Greifen wir zu einem alten historischen Roman aus den 1930er Jahren. Hugo Paul Uhlenbusch [eigentlich: Hugo Paul Schreiber-Uhlenbusch] lebte von 1905 bis 1978. Schriftstellerisch war er zwischen 1929 und 1955 mit eigenständigen Werken aktiv. 1937 veröffentlichte er den historischen Roman Jürgen Wullenwever in einem Stuttgarter Verlag.

Wullenwever war als Bürgermeister von Lübeck eine wichtige und mächtige Person des frühen 16. Jahrhunderts, die eine entschiedene Machtpoltik betrieb, später aber entmachtet und schließlich hingerichtet wurde. Die in den 1930er Jahren in Deutschland herrschenden Nationalsozialisten sahen in ihm "einen aufrechten und tapferen Führer", wie dies auch der Klappentext von Uhlenbuschs Roman unterstreicht.

Das grafisch beeindruckende Bild des Schutzumschlags stammt von August Trueb, dessen Tätigkeit ab etwa 1920 (bis ca. 1937) im Stuttgarter Raum nachgewiesen werden kann.



Hugo Paul UHLENBUSCH
Jürgen Wüllenwever. Roman
Alemannen-Verlag | Stuttgart 1937
Pappeinband m. SchU -- ca. 20 x 12 cm -- 326 S.
[Text in Fraktur]
 

Ich danke Herbert Kalbitz für die Scanvorlagen!

Sonntag, 11. November 2012

Ein Roman aus den Anfangsjahren der BRD

Die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg sind im Bereich der Buchproduktion zunächst einmal auch durch eine Mangelwirtschaft gekennzeichnet, dies bedeutet z.B., dass Zuteilungen von Papier teilweise schwierig waren oder dass die Papierqualität vielfach nur niedrigen Ansprüchen gerecht wurde. Hinzu kam, dass zu Zeiten der damals existierenden Besatzungszonen die Verleger und Autoren Genehmigungen brauchten, um überhaupt Bücher veröffentlichen zu können.

Dies führte oftmals zu kleineren Auflagen, so dass selbst rein unterhaltende Texte heutzutage eher selten in antiquarischen Angebote auf dem Markt sind. Dennoch - liebe Antiquare - sollte man im Bereich der Preise nicht übertreiben. Ein Roman wie Hoffmanns ROTE CATTLEYA - ist m.E. einfach nicht die 30,00 € wert, für die ihn ein Verkäufer bei ZVAB.com gerne verkaufen möchte.

Friedrich Wilhelm Hoffmann (* 26.05.1913) ist in der DNB mit einer Novelle und drei Romanen vertreten, die alle zwischen 1946 und 1950 veröffentlicht wurden. Für das Jahr 1952 nennt KÜRSCHNER den Ort Brake/Oldbg. als Wohnort des in Labischin bei Bromberg geborenen Autors.

Die mir vorliegende Ausgabe in schlichtem Halbleinen bietet aber zumindest eine nette Einbandgestaltung und zeigt die titelgebende Orchideenart - die Papierqualität des Buches ist eher bescheiden.


F. W. Hoffmann
Die Rote Cattleya. Roman
Grenzlandverlag Heinrich Hollands G.m.b.H. | Aachen 1948
Halbleinen -- ca. 20,5 x 15 cm -- 340 S.
Ich danke Herbert KALBITZ für die Scanvorlage!

Dachbodenfunde

In manchmal verstaubten Ecken auf Dachböden älterer Häuser finden sich oft Kartons oder Kisten. Wenn man diese öffnet, taucht so manches aus längst vergangenen Jahrzehnten auf. Wertvolles und Kitsch, Unwichtiges und Bemerkenswertes liegen hier häufig direkt nebeneinander - zusammengewürfelt vom Spiel des Zufalls.
Schauen wir einmal etwas genauer in eine dieser gut verpackten Kisten. Die Bücher stammen aus der Zeit zwischen 1890 und 1920.
Auf dem Einband eines schmalen Heftchens, welches einst für 1 Mark - ganz schön teuer, wenn man an die damaligen Stundenlöhne denkt - erhältlich war, findet sich der ziemlich kurios anmutende Hinweis "Aufgeschnittene oder beschmutzte Hefte werden nicht zurückgenommen." Sollten die damaligen Zeitgenossen häufiger auf die Idee gekommen sein, solche Heftchen nach Gebrauch (also nach der Feier eines Polterabends) wieder den Buchhändlern zurück zu bringen? Zur Verhinderung einer slchen Praxis diente wohl auch der Umstand, dass die Hefte nicht aufgeschnitten ausgeliefert wurden, was bedeutete, dass man vor dem Lesen zunächst einmal mit einem Federmesser sorgfältig die Seiten auftrennen musste ...


Johannes Kern und Mary Osten (Hg.)
Neue Polterabend-Scherze. 3. Heft
J. U. Kern's Verlag (Max Müller) |  Breslau [Sechste Auflage] 1890
Pappe - ca. 17,5 x 11 cm -- 111 S.
Greifen wir nun zu einem gut erhaltenen roten Buch mit goldenen Lettern auf dem Einband. Bei LURLEI von Julius Wolff (1834-1910) handelt es sich um eine "altertümelnde Verserzählung in gefälliger Art über historische Stoffe und Sagen" (wikipedia) des zu Kaisers Zeiten durchaus beliebten Autors. Erstmals erschien die 'Romanze' im Jahr 1886. Wie der Titel suggeriert erzählt die Geschichte von der Lurlei (Lorelei). Eine Kostprobe aus dem über 300 Seiten starken Band:
"Am Felsrand ist verblichen
Der steinernen Rosen Gluth,
Ein Windhauch kommt gestrichen,
Und Kühlung atmet die Fluth. ..." (S. 44)
Ich möchte solche schriftstellerischen Ergüsse heute nicht mehr lesen, sie  wirken auf mich doch stark angestaubt und auch Paul Heyse dürfte als er 1884 Autoren wie Wolff als "Butzenscheibendichter" bezeichnete, nicht unbedingt begeistert von Werken dieser Art gewesen sein. Unser Exemplar dürfte 1907 zu Weihnachten verschenkt worden sein, wie ein handschriftlicher Eintrag auf dem Titelblatt belegt.


Julius Wolff
Lurlei. Eine Romanze
G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung | Berlin (Zweiundsechzigstes Tausend) 1906
geprägtes Leinen -- ca 18 x 12 cm
[= Grote'sche Sammlung von Werken zeitgenössischer Schriftsteller, 25. Band]
Die Ansicht eines Laubwaldes mit Spinnennetz im Dämmerlicht ziert den Eindband des nächsten Bandes, den ich aus der Kiste ziehe. Ein Blick aufs Titelblatt zeigt, dass ich eine Erstausgabe von Paul Keller (1873 bis 1932) in der Hand habe. Der heute vergessene Autor war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein vielgelesener (und auch häufig übersetzter) Verfasser von Heimatromanen, die oftmals vor dem landschaftlichen Hintergrund Schlesiens spielten. Von seinen Büchern waren zu Beginn der 1930er Jahre mehr als 5 Millionen Exemplare verkauft.
Der 'Waldroman' HUBERTUS erschien 1916 [Die DNB gibt fälschlich 1918 an.] in hoher Startauflage. Bis 1964 verzeichnet die DNB insgesamt sieben Ausgaben, darunter eine in Brüssel veröffentlichte Übersetzung ins Flämische.

Paul Keller
Hubertus. Ein Waldroman
Bergstadtverlag Wilh. Gottl. Korn | Breslau - Leipzig [1.-66. Tausend] © 1916
gebunden (Pappe) -- 276 S. (+ Verlagsanzeigen)
Der Verfasser des folgenden Heimatromans AUF DER HOCHALM, lässt sich weitaus schwieriger genremässig zuordnen.
Otfrid von Hanstein (1869-1959) war ein höchst produktiver und beliebter Verfasser unterhaltender Literatur in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die wenigen Heimatromane spielten in seinem Oeuvre nur eine untergeordnete Rolle. Hanstein schrieb Jugendbücher, Abenteuergeschichten und Western, Krimis und Jugendbücher, historische Erzählungen, Frauen- und Sportromane sowie etliche unterhaltende Sachbücher - und er lieferte fast immer Lesenswertes mit ordentlichem Unterhaltungswert!
Die DNB datiert den Roman AUF DER HOCHALM ins Jahr 1916, dies ist aber nicht unbedingt gesichert. Das Buch erschien als vierter Band der Lispia-Bücher, hierbei handelte es sich um eine der zahlreichen preisgünstigen Buchreihen der 1910er und 1920er Jahre mit zumindest teilweise ziemlich trivialen Inhalten.

Otfrid von Hanstein
Auf der Hochalm. Roman
Vogel & Vogel G.m.b.H. Buchdruckerei und Verlagsanstalt | Leipzig [s.a.] [1916, lt. DNB]
gebunden -- ca. 15,7 x 13,5 cm -- 128 S.
[= Lipsia-Bücher, Band IV]
{enthält zudem: Wilhelm P. Zipfer, Am Telephon (S. 125-128)]
Ich danke Herbert KALBITZ für Scanvorlagen!


Freitag, 2. November 2012

Abenteuerliches aus Indien

Otto Schilt lebte von 1884 bis 1951. Er schrieb in den 1920er und 1930er Jahren einige Abenteuerbücher für Jugendliche und Erwachsene, in denen oft die 'Geheimnisse' Indiens eine wichtige Rolle spielten.

Otto SCHILT
Mangoblüte. Eine Abenteuergeschichte aus Indien

Thienemann Verlag | Stuttgart [1931]
Halbleinen -- 8° -- 109 S., mit 4 farbigen Bildern von Eduard Winkler